Neuer Cheftrainer – FCS schreibt mit Taifour Diane Geschichte

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Neuer CheftrainerFCS schreibt mit Taifour Diane Geschichte

SAARBRÜCKEN - Ex-FCS-Profi und Co-Trainer Taifour Diane löst seinen Chef Falko Götz nach dessen Entlassung ab. Der Wechsel ist logisch – und doch etwas Besonderes.

Taifour Diane wird Cheftrainer beim 1. FC Saarbrücken.

Taifour Diane wird Cheftrainer beim 1. FC Saarbrücken.

1. FC Saarbrücken

Denkt man darüber nach, ist die Tatsache eigentlich absurd: Warum gibt es kaum schwarze Fußballtrainer im Profibereich? «Schwarze Trainer kriegen in Europa keinen Job», hatte Nigerias Ex-Nationaltrainer Stephen Keshi einst dem «Kölner Express» gesagt. Obwohl es Ausnahmen gibt, muss sogar der Fußballkenner lange überlegen, bis ihm ein Kandidat in den Sinn kommt. In Zukunft könnte das zumindest in der Großregion leichter fallen.

Nach der 1:2-Niederlage gegen Wormatia Worms hat sich der deutsche Regionalligist 1. FC Saarbrücken am Mittwoch von Cheftrainer Falko Götz getrennt. Sein Nachfolger an der Seitenlinie wird Taifour Diane, der nicht nur Co-Trainer, sondern auch Coach des Saarbrücker Frauenteams war. Der 43-Jährige aus Guinea ist damit einer der ersten, wenn nicht sogar der erste schwarze Cheftrainer im deutschen Profifußball.

Bisher galt der ehemalige Bundesligaprofi Babacar N’Diaye als die große Ausnahme im Nachbarland. Der Senegalese, der mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist Co-Trainer beim Drittligisten Preußen Münster, wo auch der Luxemburger Nationalspieler Chris Philipps unter Vertrag steht.

Auch der ehemalige Dortmunder Otto Addo oder der Ur-Schalker Hans Sarpei besitzen das Trainerdiplom, doch auf einen renommierten Posten haben sie es bislang nicht geschafft. Ein aktuelles und namhaftes Beispiel aus Europa ist hingegen Chris Hughton, der in der englischen Premier League Norwich City trainiert. Auch die Niederländer Frank Rijkaard und Ruud Gullit gehören in die überschaubare Liste.

Betrachtet man, dass im Profifußball mittlerweile überall auf der Welt Spieler von allen Kontinenten gegen den Ball treten, verwundert die geringe Zahl schwarzer Fußballtrainer sehr. «Ich möchte das nicht auf die Hautfarbe zurückführen, aber es ist einfach eine Tatsache», hatte Stephen Keshi gesagt. Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel Diane dazu führt, dass auch auf den Trainerbänken Gleichberechtigung einkehrt.

(jm/L'essentiel)

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