Luxemburg: Feuer- und Waldbestattungen werden beliebter

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LuxemburgFeuer- und Waldbestattungen werden beliebter

LUXEMBURG – Mehr und mehr Menschen in der Hauptstadt lassen sich nach ihrem Tod verbrennen. Neben den klassischen Friedhöfen wird auch Waldfriedhof inzwischen häufiger als letzte Ruhestätte gewählt.

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13 Friedhöfe gibt es in Luxemburg-Stadt, die insgesamt 27 Hektar Gelände umfassen. Dazu kommt ein Waldfriedhof von 12,5 Hektar in Zessingen. Auf den klassischen Friedhöfen, wo es einst eng wurde, «herrscht kein Platzmangel mehr», wie Lydie Polfer (DP), die Bürgermeisterin der Hauptstadt, versichert. Seit Beginn des Jahrtausends seien Feuerbestattungen zunehmend gefragt.

Im Jahr 2000 lag der Anteil der Erdbestattungen bei 77,1 Prozent. 2021 zählten die Angestellten des städtischen Friedhofsdienstes 316 Erdbestattungen und 257 Feuerbestattungen: Nach zwei Jahrzehnten kontinuierlichen Rückgangs fällt der Anteil der Erdbestattungen damit auf 55 Prozent. Ausgedient hat der Sarg damit noch nicht, viel mehr bewege man sich auf einen Gleichstand mit der Feuerbestattung zu, sagt Lydie Polfer.

Neben den traditionellen Friedhöfen, wo die Verstorbenen unter einem Grabstein oder in einer Urne ruhen, bietet die Stadt Luxemburg ihren Einwohnern seit 2014 die Möglichkeit, ihre letzte Ruhe im Wald zu finden. In Zessingen gibt es einen Waldfriedhof, der mehr und mehr Menschen überzeugt. Wurden 2014 nur fünf Personen dort beerdigt, waren es 38 im Jahr 2020. 2021 lag die Zahl bei 24.

Die Zahl der Todesfälle bleibt stabil

Die Verstorbenen können ihre Asche am Fuß einer Eiche verstreuen lassen. An der wird dann, anstelle eines Grabsteins, eine Tafel mit dem Namen des Verstorbenen angebracht. Außerdem kann man einen Baum speziell für eine Familie reservieren lassen. Ähnlich wie bei einem Familiengrab kann dort die Asche von zehn Personen beigesetzt werden. Auch auf diesem Friedhof gibt es genügend Platz, die zwölf Hektar wurden in vier Parzellen aufgeteilt. «Momentan sind wir auf der zweiten Parzelle. Es bleiben daneben noch zwei», so Polfer

Ein Nachteil ist der Zugang zum Waldfriedhof: Nur ein schmaler Weg führt auf das Gelände. «Handelt es sich um eine kleine Veranstaltung, gibt es kein Problem», sagt die Bürgermeisterin, «aber wir hatten schon Bestattungen mit mehreren Hundert Teilnehmern. Das Problem ist, dass man über dieselbe kleine Straße, über die man gekommen ist, wieder gehen muss», erklärt sie. «Ich habe mit der Straßenbauverwaltung Kontakt aufgenommen, um zu prüfen, ob man geradeaus über einen Weg gehen kann, der momentan noch gesperrt ist».

Wie möchtest Du mal beerdigt werden?

(jw )

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