Große Einigkeit: Finanzminister verlassen G20-Treffen wegen Russland

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Große EinigkeitFinanzminister verlassen G20-Treffen wegen Russland

Große Einigkeit beim G20-Gipfel der Finanzminister: Wer den Raum nicht verließ, als der russische Finanzminister Anton Siluanow das Wort ergriff, blieb offenbar, um auf seinen Redebeitrag zu antworten.

18.02.2022, Indonesien, Jakarta: Delegierte nehmen am zweiten Tag des Treffens der G20-Finanzminister und Zentralbankgouverneure an einer Sitzung teil. Indonesien ist Gastgeber des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der Gruppe der G20-Gruppe. Foto: Mast Irham/Pool European Pressphoto Agency/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Delegierte beim G20-Finanzminister und Notenbankchefs in Indonesien im Februar 2022.

Mast Irham/Pool European Pressphoto Agency/dpa

Finanzminister mehrerer Länder haben das G20-Treffen in Washington wegen Russlands Teilnahme zeitweise verlassen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verließ etwa US-Finanzministerin Janet Yellen am Mittwoch den Raum, als der russische Finanzminister Anton Siluanow das Wort ergriff. Der deutsche Finanzminister Christian Lindner dagegen sei geblieben, ebenso wie Amtskollegen mehrerer G7-Staaten, hieß es. Die Gruppe habe stattdessen auf den Redebeitrag des Russen geantwortet.

Nach Informationen von «CNN» gingen auch andere europäische Minister das G20-Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Der Nachrichtenseite Axios zufolge verließen auch die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sowie ihr US-Kollege Jerome Powell den Raum.

Lindner hatte zuvor eine klare Antwort der G20 auf Russland gefordert und dem Land die alleinige Schuld für die aktuellen, weltweiten ökonomischen Probleme gegeben. Es könne keine Rückkehr zur gewohnten Form des Austauschs mit Russland und Präsident Wladimir Putin geben, solange dieser seine Truppen in der Ukraine nicht abziehe. Bei der IWF-Tagung und den Gesprächen im Kreis der G20-Finanzminister werde man Russland keine Bühne bieten, um Propaganda und Lügen zu verbreiten, sagte Lindner. 

Russland ist Mitglied der G20 und auch zu dem Treffen in Washington eingeladen. Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gibt es Forderungen, Moskau auszuschließen. Nach dem Treffen der Minister soll es daher keine gemeinsame Abschlusserklärung geben.

(L'essentiel/dpa)

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