Internet-Browser – Firefox sagt Supercookies den Kampf an
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Internet-BrowserFirefox sagt Supercookies den Kampf an

Cookies verfolgen Internet-User auf Schritt und Tritt. Mit dem neuen Browser-Update will Firefox das Surfen im Netz jetzt aber noch privater machen.

Der Internet-Browser Firefox ist mit Vollgas ins neue Jahr gestartet. So hat der Anbieter Mozilla das Update auf die Version 85 lanciert. Mit dem Update kommt eine Funktion, die es Websites schwerer machen soll, die Nutzerinnen und Nutzern zu verfolgen.

Wenn man von der Identifizierung von Usern auf verschiedenen Webseiten spricht, denkt man als erstes meist an Cookies. Bei Cookies handelt es sich um gewisse Daten, die von Webseiten abgespeichert werden, um die Nutzerinnen und Nutzer wiederzuerkennen, wenn sie das nächste Mal auf die Seite zurückkehren. Konkret werden Informationen wie die verwendete Sprache, die E-Mail-Adresse, Seiteneinstellungen oder der Name der Person abgespeichert.

Supercookies im Netz

In erster Linie sollen Cookies das Surfen im Internet erleichtern und schneller machen. Denn dank Cookies müssen Passwörter nicht jedes Mal neu eingegeben werden und eine aufgerufene Seite erscheint gleich von Anfang an in der gewünschten Sprache. Problematisch werden Cookies, wenn sie für Zwecke wie personalisierte Werbung eingesetzt und dauerhaft gespeichert werden. Denn wer eine Webseite öffnet, auf der Werbebanner angezeigt werden, der erhält auch von der Werbung Cookies, sodass der Person in Zukunft bessere Werbung angezeigt werden kann.

Firefox hindert neu nicht nur Cookies daran, Nutzer zu verfolgen, sondern auch sogenannte Supercookies. Diese können anstelle von normalen Cookies verwendet werden, um User im Internet wiederzuerkennen. Supercookies sind aber viel schwieriger zu entdecken und zu blockieren als normale Cookies, da sie sich in undurchsichtigeren Teilen des Browsers verstecken. Für Nutzerinnen und Nutzer ist es daher äußerst schwierig, sich im Internet vollkommen privat zu bewegen.

Netzwerk Partitionierung

Nun hat Firefox aber angekündigt: «Die Änderungen, die wir in Firefox 85 vornehmen, reduzieren die Effektivität von Cache-basierten Supercookies erheblich, indem sie die Fähigkeit eines Trackers, diese über Website hinweg zu verwenden, eliminieren.» Möglich wird dies dank einer Technologie, die Firefox «Netzwerk Partitionierung» nennt.

Wie dies funktioniert, kann am Beispiel eines Bildes erklärt werden, das auf verschiedenen Websites zu finden ist. Lädt eine Website ein Bild für einen Besucher oder eine Besucherin, wird dieses Bild in der Bild-Cache des Browsers abgespeichert. Erscheint das Bild nun auf einer neuen Website, kann es schneller laden, da es einfach aus der Cache anstatt aus dem Netzwerk gezogen werden muss. Einige Tracker haben allerdings Wege gefunden, Supercookies in dieser Cache zu verstecken und einen User zu identifizieren, auch wenn die normalen Cookies deaktiviert sind.

Etwas längere Ladezeit

Hier kommt die neue «Netzwerk Partitionierung» von Firefox ins Spiel. Neu verwendet der Browser für jede Website eine andere Bild-Cache. So ist es möglich, Bilder nach wie vor aus der Cache zu laden, wenn User dieselbe Seite mehrmals besuchen. Caches werden aber nicht mehr zwischen verschiedenen Websites geteilt. Dies funktioniert natürlich auch mit anderen Daten als Bildern, wie beispielsweise mit HTTP-Caches, Favicon-Caches, Font-Caches oder HTTP-Authentifizierungs-Caches.

Auf die Ladezeit einer Seite soll dies nur minimale Auswirkungen haben. Laut Firefox könnte es neu 0,09 bis 1,32 Prozent länger dauern, eine Seite zu laden – was dem durchschnittlichen User nicht auffallen dürfte. Das Firefox-85-Update ist ab sofort zum Download verfügbar.

(L'essentiel/Dominique Zeier)

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