Coronavirus – Firmen dürfen niemanden in Quarantäne zwingen

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CoronavirusFirmen dürfen niemanden in Quarantäne zwingen

LUXEMBURG – Die Regierung hat am Mittwoch über die neusten Entwicklungen in Sachen Coronavirus informiert. Demnach bleibt Luxemburg bislang verschont.

Unternehmen können von ihreren Angestellten in Quarantäne nicht verlangen, dass diese dafür Urlaub nehmen.

Unternehmen können von ihreren Angestellten in Quarantäne nicht verlangen, dass diese dafür Urlaub nehmen.

PIXABAY/Symbolbild

Die Auswirkungen des Coronavirus erreichen nun auch Luxemburgs Firmen. Denn Reisende, die aus einem betroffenen Gebiet heimkehrenden, müssen in Quarantäne. Vierzehn Tage lang müssen sie zu Hause bleiben. Mehrere Gewerkschaften hatten kritisiert, dass einige Betroffene von ihren Arbeitgebern deshalb gezwungen worden seien, für diese Zeit Urlaub zu nehmen.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) stellte am Mittwochnachmittag klar: «Der Arbeitnehmer kann nicht gezwungen werden, seinen gesetzlichen Urlaub zu nehmen». Die Kosten für den Ausfall habe das Unternehmen zu tragen, wenn es beschließt, den Arbeitnehmer nach Hause zu schicken.

Es könne auch keine Lösung sein, dass Unternehmen von ihren Arbeitnehmern verlangen, dass diese sich krankschreiben lassen. «Ein Arzt kann einer Person nicht eine Krankheit bescheinigen, die diese nicht hat, das ist nicht zulässig», erklärte Gesundheitsdirektor Dr. Jean-Claude Schmit.

«Naiv zu glauben, dass Luxemburg verschont bleibt»

Ein weiteres Thema der Pressekonferenz war die Situation der Spanien-Urlauber. Nach der Infektion eines Touristen im Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa wurde über die gesamte Anlage eine Quarantäne verhängt. 14 Kunden von LuxairTours stecken noch in dem Hotel fest, vier davon sind Luxemburger Staatsbürger. 16 Personen, die bereits nach Luxemburg zurückgekehrt waren, sind ebenfalls isoliert worden. «Sie wurden alle identifiziert und warten zu Hause auf die Aufhebung der Quarantäne», berichtete die Ministerin. Die Quarantäne der Luxemburger China-Heimkehrer sei aufgehoben worden, sie waren am vergangenen Freitag aus China zurückgekehrt. Aktuell seien keine Patienten auf der Isolierstation des CHL untergebracht.

«Wir wollten die Bevölkerung beruhigen. Der Notfallplan wurde heute bereits getestet, dabei wurden zwei Szenarien erfolgreich durchgespielt. Die Vorräte an Masken und Medikamenten sind vorbereitet», sicherte die Ministerin zu. Außerdem sei ein Krisenstab eingerichtet, der in ständigem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden anderer Länder stehe. «Wir machen uns bereit. Es wäre naiv zu glauben, dass Luxemburg verschont bleibt. Aber es ist schwierig, eine Prognose zu erstellen, wann das Virus hier auftreten wird», sagte Paulette Lenert abschließend.

(th/L'essentiel)

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