Belgien/Luxemburg – Firmenwagen geraten ins Visier der Justiz

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Belgien/LuxemburgFirmenwagen geraten ins Visier der Justiz

ARLON/LUXEMBURG – Eine im Großherzogtum ansässige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft will nicht offen legen, wer mit einem ihrer Firmenwagen zu schnell in Belgien unterwegs war.

Der Name der im Großherzogtum ansässigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wird nicht ausdrücklich erwähnt, aber L'Avenir Luxemburg berichtet an diesem Donnerstag, dass es seinen 2100 Mitarbeitern 1600 Firmenwagen zur Verfügung stellt. Das «Big Four»-Unternehmen ist daher kürzlich vor dem Strafgericht von Arlon wegen der «Weigerung, anzugeben, wer der rasende Fahrer eines Autos in aus der Flotte war» verurteilt worden.

Da die betreffende Prüfungsgesellschaft auf diese Verfügung nicht reagiert hat, erhielt sie zunächst vom Polizeigericht eine Geldstrafe von 200 Euro, erinnert sie sich an die am weitesten verbreitete regionale Tageszeitung in der Provinz Luxemburg. «Eine Geldstrafe, die für ein Unternehmen dieser Größe als lächerlich bezeichnet wird»

2000 Verstöße in Belgien

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft legte dann gegen diese Entscheidung Berufung ein, indem sie über ihren Anwalt folgende Argumente vortrug: Erstens seien die Fahrzeuge in ihrem Fuhrpark an eine Leasinggesellschaft vermietet und gehörten daher nicht zu ihr, zweitens wisse das Unternehmen nicht immer wer welches der 1600 Fahrzeuge fährt und drittens habe es die Staatsanwaltschaft versäumt, einen eingeschriebenen Brief an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu senden ,so dass nicht bewiesen sei, ob der Brief tatsächlich zugestellt wurde.

Der Vorfall ist jedoch nicht der einzige in Verbindung mit der Prüfungsgesellschaft. Zum Zeitpunkt der Anhörung hatte die Staatsanwaltschaft eine Reihe von Verstößen mit dem Fuhrpark der Gesellschaft entdeckt. Insgesamt waren es 2000 Tickets, die in Belgien verfolgt werden. Für Mittwoch, den 20. November wird ein endgültiges Urteil des Gerichts erwartet. Viele in Luxemburg ansässige Unternehmen, die ihren Mitarbeitern einen Firmenwagen zur Verfügung stellen, dürften gespannt auf diese Entscheidung blicken.

(fl/L'essentiel)

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