Unterschiedliche Bedürfnisse – Fitness-Programme wirken nicht bei jedem gleich gut

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Unterschiedliche BedürfnisseFitness-Programme wirken nicht bei jedem gleich gut

Klar: Fürs Training braucht es viel Disziplin. Doch was, wenn man trotz Abrackern im Fitnesscenter keine Fortschritte macht?

Anfang des Jahres haben Fitnessstudios jeweils Hochkonjunktur. Wer sich an seinen guten Vorsatz gehalten und regelmäßig trainiert hat, dürfte schon jetzt merklich fitter sein – sofern er denn auf ein Standard-Training anspricht. Dass dies aber nicht bei allen Menschen der Fall ist, haben Forscher der Universität von Ottawa in Kanada in einer Studie herausgefunden.

Sie ließen 21 Testpersonen sechs Wochen lang ein intensives Ausdauertraining absolvieren. Alle testeten zwei verschiedene Trainingsprogramme. Beim ersten traten die Probanden viermal in der Woche auf dem Bike bei einer konstanten Leistung in die Pedale. Beim zweiten bewältigten sie ein Intervalltraining, bei dem sich kurze, sehr intensive Trainingsphasen und Pausen abwechselten.

Regelmäßig testen, ob das Programm auch wirkt

Um die Fortschritte der Probanden zu überprüfen, maßen die Forscher Werte wie die Herzfrequenz oder die maximale Sauerstoffaufnahme. Das Ergebnis: Von den 21 Testpersonen profitierten 15 von beiden Trainingsprogrammen. Jedoch wurden fünf durch das Intervalltraining überhaupt nicht fitter, und eine Person profitierte kaum vom Fahrradfahren mit der konstanten Leistung – und das, obwohl jene Probanden genauso häufig, intensiv und korrekt trainierten wie alle anderen.

Trotzdem: «Das heißt nicht, dass diese Menschen ihre Ausdauer nicht verbessern können», beruhigt der Muskelforscher Marco Toigo von der Universitätsklinik Balgrist. Allerdings spricht nicht jeder Körper auf dasselbe Training gleich gut an. Er empfiehlt deshalb, regelmäßig zu testen, ob das Trainingsprogramm wirkt – und es bei Bedarf systematisch zu variieren. «Das ist sinnvoller, als im Fitnessstudio immer das gleiche Programm abzuspulen, ohne zu wissen, ob man damit überhaupt Fortschritte macht», sagt Toigo.

Spaß macht ein solch systematisches Training vielleicht nicht – dafür wirkt es umso besser.

(L'essentiel/Santina Russo)

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