Luxemburg – Fitnessstudios und Kinos von 2G+ Regel überrumpelt
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LuxemburgFitnessstudios und Kinos von 2G+ Regel überrumpelt

LUXEMBURG – Die 2G+-Regelung, die ein negatives Testergebnis für diejenigen vorschreibt, die noch keine Booster-Impfung erhalten haben, macht den Branchen zu schaffen.

Kinos und Fitnessstudios wurden von den neuen Maßnahmen überrumpelt.

Kinos und Fitnessstudios wurden von den neuen Maßnahmen überrumpelt.

DPA/Editpress

Das neue Covid-Gesetz, das am Freitag verabschiedet wurde und bereits am nächsten Tag in Kraft trat, hat alle überrascht. Vor allem Sporthallen und Kinos müssen nun bei mehr als zehn Personen ein negatives Testergebnis von denjenigen verlangen, die noch keine Booster-Impfung erhalten haben.

Das Problem: Bis zur Verteilung (am Mittwoch) hatten nur wenige Unternehmen die nötigen Tests zur Verfügung. «Wir haben nicht mit neuen Einschränkungen gerechnet. Wir haben nicht genug Selbsttests, vor allem nicht in den Weihnachtsferien», erklärt Christophe Eyssartier, Leiter der Kinepolis-Kinos im Großherzogtum, die in diesen Tagen gezwungen sind, einen zertifizierten Test für alle Personen über zwölf Jahren anzubieten, die noch nicht geboostert sind. So steigt der Preis für ein Kinoerlebnis mit Test und Eintrittskarte auf mehr als 25 Euro.

«Viele Menschen sind wieder enttäuscht gegangen»

Die Tests sollen aber erst diesen Mittwoch geliefert werden. «Wir bitten unsere Kunden bis Mitte der Woche um ein wenig Verständnis. Bis dahin können wir alles vorbereiten», sagt Christophe Eyssartier. Dennoch seien seit vergangenen Samstag viele Menschen enttäuscht nach Hause gegangen.

Ein schwerer Schlag. Dabei sind die Kinos mit insgesamt 4000 Besucher pro Tag (in den drei Kinos) gut in die Ferienzeit gestartet, was auf den Erfolg des neuen Marvel-Blockbusters «Spider-Man: No Way Home» zurückzuführen war. Die Kapazität des Saals musste aber ebenfalls auf 200 Plätze reduziert werden und die Maske kann erst am Sitzplatz abgenommen werden. Dennoch sollten Gäste, die noch nicht geboostert sind, etwa 30 Minuten vor dem Film kommen, betont Christophe Eyssartier.

«Wer zahlt schon drei Euro pro Tag zusätzlich zu seinem Abo?»

Auch die Fitnessstudios im Land sind mit der Situation überfordert. Während in einigen weniger als zehn Personen gleichzeitig trainieren, wussten andere gestern noch nicht genau, unter welchen Bedingungen sie arbeiten sollten. Sophian Aït, der Leiter von Painworld in Gasperich, erklärte am Montag, er habe in aller Eile etwa 2500 Selbsttests bei La Provençale bestellt. «Auf unsere Kosten», sagte er.

Deshalb werde er den Preis an die Kunden weitergeben. «Aber es gibt Leute, die jeden Tag kommen. Wer zahlt schon drei Euro pro Tag zusätzlich zu seinem Abo?», kritisierte der Geschäftsführer. Zehn Prozent seiner Kunden hätten aufgrund der Einführung der 2G-Regelung bereits gekündigt. Im Januar kommen normalerweise bis zu 500 Personen an einem Tag ins Studio. Das bedeutet, dass ein großer Vorrat an Selbsttests vorhanden sein muss.

Eigene Tests – vorausgesetzt, «man testet sich vor Ort»

Seitens des Verbands Horesca «hatten viele noch Selbsttests oder haben reagiert und welche gekauft», merkt der Generalsekretär von Horesca François Koepp an, der betont, dass die geplanten kostenlosen Selbsttests nicht ausreichen werden. «Es müssen welche gekauft werden. Jedes Lokal wird seine eigene Wahl treffen, aber einige werden die Tests wieder in Rechnung stellen», sagt er und weist darauf hin, dass es möglich ist, sein eigenes Set mit ins Restaurant zu nehmen, vorausgesetzt, «man testet sich vor Ort».

(Nicolas Martin/ L'essentiel)

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