Ungarn macht dicht – Flüchtlinge müssen auf neue Routen ausweichen

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Ungarn macht dichtFlüchtlinge müssen auf neue Routen ausweichen

Ungarn versiegelt seine Grenze zu Serbien. Die Flüchtlinge finden neue Wege nach Westeuropa – und werden kreativ.

Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn: So sah die sogenannte Balkan-Route der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten nach Europa in den letzten Monaten aus. 140'000 Migranten reisten in diesem Jahr bereits über diese Route nach Ungarn ein. Jetzt macht das EU-Land die Schotten dicht: Der Grenzzaun zu Serbien steht, ein weiterer soll an der Grenze zu Rumänien entstehen. Zwei Grenzübergänge zu Serbien sind gesperrt, Militär bewacht die Gebiete. Bei illegaler Einreise drohen Flüchtlingen Haftstrafen oder Abschiebung.

Doch die Massnahmen scheinen die Menschen nicht daran zu hindern, ihren Fussmarsch nach Europa fortzusetzen. «Niemand wird umkehren», vermutete der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bedford-Strohm, in der «Tagesschau» der ARD. «Die Menschen werden sich andere Wege suchen.» Ein Überblick über die Alternativ-Routen.

Die West-Route

Viele Flüchtlinge dürften auf die Route über Montenegro, Bosnien, Kroatien und Slowenien ausweichen, um nach Westeuropa zu gelangen. In Bosnien rechnet man mit einem Anstieg der Flüchtlingszahlen. «Es könnten schon im Herbst mindestens 10'000 syrische Flüchtlinge aus Serbien nach Bosnien kommen, vielleicht werden es sogar mehr als 20.000», sagte Izet Nizam von der bosnischen Ausländerbehörde laut Spiegel.de. Denn in Serbien befinden sich derzeit rund 160.000 Flüchtlinge, die ursprünglich über Ungarn nach Westeuropa reisen wollten.

Auch das slowenische Innenministerium meldete: Man habe 72 Gebäude in Staatsbesitz als potentielle Notaufnahmelager vorbereitet. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb gibt man sich derweil gelassen: Kroatien müsse mit keiner grösseren Welle von Flüchtlingen rechnen, da es nicht zur Schengen-Zone gehöre, versichert Premier Zoran Milanovic.

(L'essentiel/cfr)

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