Nach den Unwettern – Flutwelle sorgt für Trümmerfeld an der Our

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Nach den UnwetternFlutwelle sorgt für Trümmerfeld an der Our

LUXEMBURG – Der Damm Lohmühle hat die Trümmer, die die Our fortgerissen hat, aufgehalten – zum Glück für Vianden.

Toiletten, Teile von Wohnwagen und Autos, Reifen, Bretter, Bäume, Gasflaschen: Der Damm Lohmühle, der das Unterbecken des Wasserkraftwerks Vianden zurückhält, bietet zurzeit ein trostloses Bild. Über Hunderte von Metern hat die Our wegen der heftigen Niederschläge in der vergangenen Woche Trümmer verteilt.

«Vieles davon kam wahrscheinlich von einem Campingplatz im etwa zehn Kilometer entfernten Gemünd in Deutschland», sagt Luc Reinig, der Betriebsleiter der Société Electrique de l'Our. Seit dem Hochwasser sind sechs Männer mit einem Kran im Einsatz. Sie sollen alles wegräumen. «Ihr Job wird wahrscheinlich zwei oder drei Wochen dauern. Die Arbeiten verschlingen wohl 100.000 Euro», sagt Reinig.

Trümmer gelangen nicht in die Stadt

Abgesehen von dem Sicherheitsproblem, das von den Gasflaschen ausgeht, fängt der Müll an zu stinken. Außerdem drohen die Trümmer abzusinken und die Turbinen, die zur Stromgewinnung genutzt werden, zu beschädigen. «Wir müssten dann Taucher losschicken, die das ganze aus 30 Metern Tiefe holen müssten. Das wäre viel schwieriger», so Reinig weiter.

Für die Elektrizitätsgesellschaft waren diese Überschwemmungen eine Prüfung. «Mitarbeiter, die zur Hilfe kamen, wurden beschimpft, weil der Damm noch Wasser abgab», sagt Reinig und ergänzt: «Die Wassermenge, die am Damm ankommt, muss auch wieder abgegeben werden. Das verstehen viele Leute nicht.» Ohne den Damm hätte es Vianden noch schlimmer getroffen. «Dann wären die Trümmer in die Stadt gespült worden, wodurch die Zerstörung deutlich höher ausgefallen wären.»

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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