General Sherman Tree – Folien sollen den größten Baum der Welt retten
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General Sherman TreeFolien sollen den größten Baum der Welt retten

Riese in Gefahr: Teile Kaliforniens stehen in Flammen. Nachdem sich zwei Waldbrände zu einem zusammengeschlossen haben, wütet nun ein großes Feuer im Sequoia-Nationalpark.

Ein Waldbrand in Kalifornien nähert sich einem Hain mit dem vermutlich größten Baum der Welt. Feuerwehrleute versuchten bei Hitze, Trockenheit und starkem Wind am Sonntag (Ortszeit), die Flammen von den riesigen Sequoia-Bäumen (Sequoiadendron giganteum) fernzuhalten. Eine Gruppe von 100 solcher Mammutbäume hatte das Feuer bereits erreicht und bedrohte den «General Sherman», den nach US-Angaben vom Volumen her größten Baum der Welt.

Wie groß der Schaden war, konnte die Feuerwehr zunächst nicht sagen. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sah, dass die Flammen einen der Stämme erreicht hatten und der Waldboden brannte. Der in einer anderen Baumgruppe stehende «General Sherman» wurde ebenso wie weitere Bäume mit Folie umwickelt (siehe Bildstrecke). Diese reflektiert Hitze und schützt vor umherfliegender Glut. Damit beschäftigte Feuerwehrleute mussten sich jedoch vorübergehend in Sicherheit bringen, wie Feuerwehrsprecherin Kathy Hooper sagte.

Moderate Brände sind okay, heftige nicht

Die zwei durch Blitzschläge ausgelösten Brände waren am Freitag zu einer einzigen Feuerfront verschmolzen. Die Flammen erreichten bereits den westlichen Rand des sogenannten Giant Forests, wo sie die «Four Guardsmen» (Vier Wächter) erfassten. Diese Bäume säumen die Straße, die in den Hain mit 2000 Sequoias führt. Nach Angaben von Cnbc.com haben die Vier Wächter bisher überlebt. Ob auch der «General Sherman» die Feuer gut übersteht, wird sich zeigen. Er ist mit einem Volumen von 1487 Kubikmetern der größte Baum der Welt, wie der nationale Parkdienst der USA angibt. Der Baum ist 84 Meter hoch, sein Umfang am Boden beträgt 31 Meter.

Die bis zu 2000 Jahre alten Bäume haben sich Bränden angepasst. So bleiben ihre Zapfen lange am Baum und setzen erst dann Samen frei, wenn sie austrocknen – oder nach starker Hitzeeinwirkung, wie sie bei einem moderaten Waldbrand entsteht. Nach Waldbränden herrschen besonders gute Keim- und Wachstumsbedingungen: Der für die Keimung wichtige Mineralboden ist dann freigelegt und die Lichtbedingungen sind sehr günstig, weil das Unterholz verbrannt ist. Äußerst starke Brände können die Mammutbäume jedoch zerstören. «Wenn das Feuer einmal in den Baum eingedrungen ist, wird das zum Tod führen», sagte Einsatzchef Jon Wallace.

(L'essentiel/fee/DPA)

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