In Leudelingen – «Fonds du logement» soll Vorteile gewährt haben
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In Leudelingen«Fonds du logement» soll Vorteile gewährt haben

LEUDELINGEN - Der Präsident des Fonds für das Wohnungswesen, Daniel Miltgen, steht unter Verdacht, ein Unternehmen bei einem Bauprojekt begünstigt zu haben.

Der Fonds für Wohnungswesen prüft derzeit das Verhalten seines Präsidenten Daniel Miltgen im Zusammenhang mit einem Bauprojekt in Leudelingen. Foto: Editpress

Der Fonds für Wohnungswesen prüft derzeit das Verhalten seines Präsidenten Daniel Miltgen im Zusammenhang mit einem Bauprojekt in Leudelingen. Foto: Editpress

Eine neun Hektar große Fläche nahe des Leudelinger Bahnhofs könnte bald die luxemburgische Staatsanwaltschaft beschäftigen. Wie Radio 100.7 berichtet, soll Daniel Miltgen, Präsident des «Fonds du logement», im Rahmen eines Immobilienprojektes Einfluss genommen und Vorteile gewährt haben. Nach Angaben des Radiosenders geht es bei den Anschuldigungen um einen Vertrag zwischen dem Fonds und der Immobiliengesellschaft Livingroom. Demnach sollte die Fläche innerhalb von 18 Monaten als Bauland deklariert werden. Scheinbar war nach Angaben des Radiosenders auch geplant, den Bebauungsplan der Gemeinde den Ideen des Privatunternehmens anzupassen.

«Am Gréngs», besagte Fläche nahe des Bahnhofs, gehört dem Privatunternehmen Livingroom. Vor vier Jahren soll die Firma dem Fonds knapp zwei Hektar von der Fläche angeboten haben. Im Gegenzug für eine baldige Deklarierung als Bauland, heißt es zumindest bei dem Radiosender.

Bauprojekt war schon einmal abgelehnt

Der ehemalige Innenminister Jean-Marie Halsdorf (CSV) erklärte gegenüber L'essentiel, dass er das geplante Bauprojekt damals abgelehnt hatte. «Das Projekt passte nicht in das IVL, das integrative Verkehrs- und Landesentwicklungskonzept.» Während seiner Amtszeit musste sich Halsdorf mit dem Projekt und zwei Lagern auseinandersetzen: Die einen wollten die Erschließung der Fläche, die anderen respektierten das IVL.

Schließlich, so schreibt das Luxemburger Wort, hatte die staatliche Landesplanungskommission ein Gutachten erstellt, wonach das Wohnungsprojekt zu weit vom Dorfkern liegen würde. Doch nach einem Bericht des Tageblatts taucht die Fläche im sektoriellen Leitplan für Wohnungsbau als Zone für größere Wohnungsbauprojekte auf. Das Pikante: Die Arbeitsgruppe, welche den sektoriellen Leitplan Wohnungsbau ausgearbeitet hat, wurde damals von Fonds-Präsident Miltgen geleitet.

Wohnungsbauministerin Maggy Nagel distanziert sich formell von dem 2011 unterschriebenen Vertrag zwischen dem Fond und der Firma Livingroom. Erfahren habe sie von dem Vertrag, nachdem der «Fond de logement» um ein Treffen in Anwesenheit des Unternehmens gebeten habe. Das Ministerium sei inzwischen damit befasst, die rechtliche Lage klären zu lassen. Außerdem habe das Ministerium am Dienstag eine Kopie des Vertrages an die Staatsanwaltschaft geschickt.

(L'essentiel)

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