Kein gutes Zeichen – Forschende warnen vor immer mehr Pizzly-Bären
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Kein gutes ZeichenForschende warnen vor immer mehr Pizzly-Bären

Sie sind schön anzusehen, nur leider kein gutes Zeichen: sogenannte «Pizzlys», gemeinsame Sprösslinge von Polarbären und Grizzlys.

Die anhaltende Klimakrise könnte Auswirkungen auf die arktische Tierwelt haben, warnen US-Forschende. Der Grund: Die steigenden Temperaturen führen zu einer Überschneidung der Jagdgebiete von Eisbären und Grizzlys. Und statt sich zu bekämpfen, scheinen die beiden Raubtiere Gefallen an der jeweils anderen Art zu finden. Den gemeinsamen Nachwuchs bezeichnet man als Pizzlys, mitunter auch Grolar-, Breis- oder Cappuccinobären. Auch der Begriff Nanulak, ein Mix aus den beiden Inuit-Wörtern für Eisbär (Nanuk) und Grizzly (Aklak) meint sie.

Was nach einer ungewöhnlichen Romanze mit Happy End tönt, ist tatsächlich alles andere als ein gutes Zeichen, sondern Hinweis auf den Klimawandel. Dieser ruft sich in der Arktis deutlich in Erinnerung. Davon berichtet das Team um Larisa R. G. DeSantis, Biologin an der Vanderbilt University in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee im Fachjournal «Global Change Biology».

Offener Ausgang

Die beiden Arten begegnen sich in größter Not: Da die steigenden Temperaturen auch das Meereis reduzieren, haben die Eisbären weniger Möglichkeiten, auf Eisschollen ruhende Robben zu erbeuten. Das treibt sie auf der Suche nach Nahrung aus ihrem Jagdgebiet heraus, in Richtung Süden, was wiederum Auswirkungen auf ihre Ernährung haben könnte. Vorstellbar sei etwa, dass sie dort Dinge fressen, die nicht gut für sie sind.

Die Grizzlybären machen sich laut den Forschenden aus denselben Gründen auf. Allerdings bewegen sie sich Richtung Norden. Dort droht ihnen die gleiche Gefahr wie den Eisbären, denen sie dort ebenfalls begegnen. «Wir wissen schon seit Längerem von Pizzlys, aber ihr Auftreten könnte mit der fortschreitenden Erwärmung der Arktis häufiger werden», erklärt DeSantis in einem Video. Mittlerweile kenne man auch bereits Hybride von Pizzlys und Grizzlys.

Was diese Paarungen für die Nachkommen bedeuten, ist laut der Forschergruppe noch offen. «Normalerweise sind tierische Hybride nicht kräftiger als eine der beiden Arten», so DeSantis. Allerdings gebe es auch Ausnahmen, in denen die Hybridtiere besser an die neue Umwelt angepasst seien. «Insbesondere dann, wenn diese Umgebung von dem abweicht, was früher einmal war.» Welches Szenario auf die Pizzlys zutrifft, wird erst die Zukunft zeigen.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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