Epstein-Barr-Virus (EBV) – Forscher entdecken mögliche Ursache für MS
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Epstein-Barr-Virus (EBV)Forscher entdecken mögliche Ursache für MS

Multiple Sklerose (MS) wird wahrscheinlich auch durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht. Eine neue Studie untermauert damit eine bestehende These.

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Forschende weisen in einer neuen Studie nach, dass das EB-Virus eine MS-Erkrankung auslösen kann.

Forschende weisen in einer neuen Studie nach, dass das EB-Virus eine MS-Erkrankung auslösen kann.

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Das Eppstein-Barr-Virus tragen schätzungsweise 95 Prozent der Bevölkerung in sich.

Das Eppstein-Barr-Virus tragen schätzungsweise 95 Prozent der Bevölkerung in sich.

Wikipedia/Liza Gross/CC BY 2.5

2,8 Millionen Menschen sind von der Krankheit Multiple Sklerose betroffen. Eine chronische, entzündliche, neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betrifft und nicht heilbar ist.

Eine Studie unter der Leitung von Alberto Ascherio, Professor an der Harvard T.H. Chan School of Public Health der Universität Harvard, hat aber nun eine mögliche Ursache entdeckt, die verantwortlich sein könnte für den Ausbruch von MS. Konkret sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Zusammenhang mit dem Eppstein-Barr-Virus und dem Ausbruch der Krankheit MS.

Zehn Millionen Soldaten untersucht

Die These bestand in wissenschaftlichen Kreisen schon seit einiger Zeit, doch laut Publizierenden sei dies die erste Studie, die einen zwingenden Beweis für die Kausalität liefert. Dafür wurden mehr als zehn Millionen junge Erwachsene im aktiven Dienst des US-Militärs untersucht. Dabei konnten 955 identifiziert werden, bei denen während ihrer Dienstzeit MS diagnostiziert wurde.

Das Team analysierte Serumproben, die alle zwei Jahre vom Militär entnommen wurden, und ermittelte den EBV-Status der Soldaten zum Zeitpunkt der ersten Probe sowie den Zusammenhang zwischen EBV-Infektion und dem Auftreten von MS während der Zeit des aktiven Dienstes. In dieser Kohorte stieg das MS-Risiko nach einer Infektion mit EBV um das 32-fache, war aber nach einer Infektion mit anderen Viren unverändert.

«Derzeit gibt es keine Möglichkeit, einer EBV-Infektion wirksam vorzubeugen oder sie zu behandeln, aber ein EBV-Impfstoff oder die gezielte Behandlung des Virus mit EBV-spezifischen antiviralen Medikamenten könnte letztendlich MS verhindern oder heilen», so der Studienleiter Ascherio.

(L'essentiel/Philippe Coradi)

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