180 Millionen Jahre alt – Forscher entdecken riesigen Seedrachen
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180 Millionen Jahre altForscher entdecken riesigen Seedrachen

Es gilt als einer der größten Fossilienfunde der Geschichte. Allein der Kopf des Reptils ist so groß wie ein ausgewachsener Mann und wiegt über eine Tonne.

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Allein der Kopf des Fossils ist tonnenschwer.

Allein der Kopf des Fossils ist tonnenschwer.

Anglian Water/PA
Auf dem Grund des Rutland Stausees in Grossbritannien fanden  die Arbeiter das komplette Fossil.

Auf dem Grund des Rutland Stausees in Grossbritannien fanden die Arbeiter das komplette Fossil.

Anglian Water/PA
Ichtyosaurier sind im Grunde keine Dinos, sondern Reptilien.

Ichtyosaurier sind im Grunde keine Dinos, sondern Reptilien.

Bob Nicholls/Anglian Water/PA

Im größten Stausee Englands sollte Wasser abgelassen werden, um den Lebensraum von Brutvögeln zu verbessern. Dabei machten die Naturschützer eine unglaubliche, und vor allem große Entdeckung. Der 48-jährige Joe Davis, der das Skelett entdeckte, sagte: «Mein Kollege dachte, die Rippen, die wir im schlammigen Boden des Sees entdeckten, seien lediglich Rohre.» Weit gefehlt. Es handelt sich um das größte, vollständige, je gefundene Fossil eines Ichthyosauriers dessen Alter auf 180 Millionen Jahre geschätzt wird.

Die Dinosaurier-Experten sind, zu Recht, total aus dem Häuschen. «Der Kopf war so groß wie ich und ich bin 1,80 m. Ein gigantisches Biest», erzählt Finder Davis. Zehn Meter ist es lang und allein der Schädel wiegt eine Tonne. die Forschenden warteten bis August, um das komplette Skelett mit einem Traktor aus dem Stausee zu bergen, schreibt «Daily Mail».

Delfinähnliche Körper

Die Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Fossil um einen Ichthyosaurier – ein fischartiges Wesen handelt, deren Körperform an Delfine erinnert. Die Spezies ist seit 90 Millionen Jahren ausgestorben. Dr. Dean Lomax ist Experte für die Spezies und sagt: «Trotz der vielen Ichthyosaurier-Fossilien-Funde in Großbritannien, ist es bemerkenswert, dass dieses das größte jemals gefundene Skelett in Großbritannien ist.» Sollte es sich bei dem Fossil gar um eine neue Art handeln, könnte es nach seinem Finder, Joe Davis, benannt werden.

Keine Dinos, sondern Reptilien

Beim Bau des besagten Sees fand man in den 70er Jahren bereits Überreste zweier solcher Seedrachen, wie man die Wesen aufgrund ihrer großen Zähne und Augen ebenfalls bezeichnet. Jedoch ist dieser Fund das erste vollständige Skelett. Und noch dazu ein so riesiges.

Im Gegensatz zu Dinosauriern, die Eier legen, gehen Experten heute davon aus, dass die Ichthyosaurier lebende Jungtiere zur Welt brachten. Das soll der Fund des bisher größten Fossils 2017 bewiesen haben. In dem damals entdeckten Skelett war ein Fötus erkennbar, der sich immer noch im Bauch des Muttertiers befand. Das heißt, dass die Ichthyosaurier im Grunde keine Dinosaurier waren, sondern lediglich zur gleichen Zeit gelebt haben, schreibt «National Geographic». Es wird angenommen, dass sich die Spezies aus einem an Land lebenden Reptil entwickelte.

(L'essentiel/Angela Rosser)

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