Super-Erde entdeckt – Forscher finden bewohnbaren Planeten
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Super-Erde entdecktForscher finden bewohnbaren Planeten

Er trägt den klingenden Namen GJ 667Cc und könnte dereinst von Menschen bewohnt werden. In nur 22 Lichtjahren Entfernung von der Erde haben Astronomen eine Super-Erde entdeckt.

Die Super-Erde GJ667Cc (rechts im Bild) umkreist den mittleren der drei Zwergsterne links. (Bild: Universität Göttingen / Carnegie Institution)

Die Super-Erde GJ667Cc (rechts im Bild) umkreist den mittleren der drei Zwergsterne links. (Bild: Universität Göttingen / Carnegie Institution)

Helle Aufregung unter Astronomen: Wissenschafter der Universität Göttingen und der Carnegie Institution for Science in Washington haben nach eigenen Angaben nur gerade 22 Lichtjahre von der Erde entfernt einen Planeten entdeckt - und der ist möglicherweise bewohnbar.

Der Exo-Planet mit der eingängigen Bezeichnung GJ 667Cc hat die viereinhalbfache Masse unserer Erde und umkreist auf einer Umlaufbahn von 28,15 Tagen einen Zwergstern, wie die Universität Göttingen am Donnerstag auf ihrer Internetseite mitteilte.

«Diese Super-Erde bietet gute Voraussetzungen für die Existenz von flüssigem Wasser und von Leben, wie es auch auf der Erde vorkommt», erklärte einer der Leiter der Studie, Guillem Anglada- Escudé von der Universität Göttingen. Die Forschungsergebnisse wurden demnach im Internet veröffentlicht und sollen demnächst auch in der Fachzeitschrift «The Astrophysical Journal Letters» erscheinen.

GJ 667Cc kann gleich viel Energie aufnehmen wie die Erde

GJ 667Cc erhält den Angaben zufolge von dem Zwergstern, den er umkreist, etwa ein Zehntel weniger Licht als unsere Erde von der Sonne. Da ein großer Teil dieses Lichts aber im infraroten Bereich liege, könne der Planet insgesamt etwa genauso viel Energie aufnehmen wie unsere Erde.

«Unsere Entdeckung zeigt, dass bewohnbare Planeten in unterschiedlicheren Umgebungen entstehen können als bisher angenommen», erklärte Anglada-Escudé. «Mit einer neuen Generation von Messinstrumenten könnten Wissenschaftler solche Zwergsterne systematisch auf ähnliche Planeten hin untersuchen und auf diesen wiederum gezielt nach spektroskopischen Anzeichen für Leben forschen.»

Kosmischer «Nachbar» der Erde

Die Distanz von 22 Lichtjahren entspricht etwa 209 Billionen Kilometern - der Planet befindet sich somit in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft. Die Forscher entdeckten ihn, als sie eigentlich eine andere Super-Erde in demselben Sternsystem untersuchen wollten.

In ihrer Studie analysierten sie mit einer neuen Methode Daten der Europäischen Südsternwarte (ESO) und des Magellan-II-Teleskops in Chile sowie des Keck-Observatoriums auf Hawaii. In zukünftigen Untersuchungen wollen die Wissenschafter nun herausfinden, ob sich in dem Sternsystem möglicherweise noch ein sogenannter Gasriese und eine weitere Super-Erde befinden.

2020 wollen die Russen auf den Mond

Erstmals soll 2020 ein russischer Kosmonaut den Mond betreten und dort den Aufbau einer bewohnbaren Basis vorbereiten. Zuvor sollen zwei russische Raumsonden auf dem Erdtrabanten landen. Dies sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau, Wladimir Popowkin, am Donnerstag dem Radiosender Echo Moskau. Von Rückschlägen wie dem Verlust der Marsmond-Sonde «Phobos-Grunt» im Januar wolle sich die russische Raumfahrt nicht aufhalten lassen. «Die Forschung ist reif, den Mond zu nutzen.»

Das spektakuläre Isolationsexperiment Mars500 soll an Bord der Internationalen Raumstation ISS wiederholt werden, betonte der Roskosmos-Chef. «Wir verhandeln bereits mit der US-Behörde NASA und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA über einen solchen Versuch in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde», sagte Popowkin. Bei der Studie Mars500 hatten sechs Männer 2010/11 insgesamt 520 Tage lang in einem nachgebauten Raumschiff in Moskau einen Mars-Flug simuliert. (sda)

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