Esch-Belval – Forschungszentrum List startet neue Zeitrechnung

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Esch-BelvalForschungszentrum List startet neue Zeitrechnung

LUXEMBURG - Die Mitarbeiter der früheren Forschungszentren Lippmann und Tudor haben ihr neues Quartier in Belval bezogen – und wollen künftig noch praxisnäher arbeiten.

Gabriel M. Crean, ist Generaldirektor des Luxembourg Institute of Science and Technology.

Gabriel M. Crean, ist Generaldirektor des Luxembourg Institute of Science and Technology.

Editpress/Isabella Finzi

Großer Bahnhof für das Luxembourg Institute of Science and Technology (List) in Belval: Von insgesamt 650 Mitarbeitern des Forschungszentrums haben kürzlich 300 ihr neues Quartier unter den Hochöfen bezogen. «Als wir die Fusion der beiden 'Centres de Recherches' Gabriel Lippmann und Henri Tudor angekündigt haben, arbeiteten wir über sechs Gebäude verteilt», erklärt Georges Bourscheid, Vorsitzender des Verwaltungsrats des List. «Heute sind wir an zwei Standorten in Beles und Belval präsent. Das ist ein großer Schritt nach vorn, weil wir unsere Tätigkeiten dadurch optimieren können.»

Neben der Umstrukturierung und den neuen Räumlichkeiten hat das List auch ein neues Statut für seine Mitarbeiter erarbeitet. «Wir haben versucht, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen in Bezug auf Aufträge, die vorher an die CRP Lippmann und Tudor gingen», sagt Bourscheid. «Es bedurfte einer Harmonisierung. Wir brauchen noch Lösungen für etwa zwanzig Verträge. Was den Umzug betrifft, müssen sich alle natürlich noch zurechtfinden. Aber auf lange Sicht wird es die größte Herausforderung sein, die Unternehmenskultur der beiden ehemaligen CRP erfolgreich zusammenzuführen, um eine gemeinsame Identität zu finden.»

Konkrete Beispiele»

«Die Forschungszentren Lippmann und Tudor haben die Pflöcke eingeschlagen, auf denen wir die Zukunft des List aufbauen wollen», sagt Gabriel M. Crean, Generaldirektor des Instituts. «Unsere Mission ist klar: Wir müssen der Motor sein, der das Wirtschaftswachstum des Großherzogtums befeuert. Leider schaffen wissenschaftliche Publikationen keine Jobs. Wir müssen aus den Erkenntnissen der Uni Luxemburg die nötigen technologischen Bausteine liefern, um damit Produkte zu kreieren, die auf dem Markt auffallen. Dann schaffen wir auch Arbeitsplätze. Das ist die Aufgabe des List.»

Der Standort Belval ist für die Forschungsbranche ein fruchtbares Umfeld. «Zum ersten Mal haben wir alle Akteure der Innovation zusammen an einem Ort», freut sich Crean. «Das Ergebnis unserer Arbeit schlägt sich momentan vor allem in der Materialwissenschaft und auf dem Gebiet der Polymere nieder. Der Reifenhersteller Goodyear hat diese Erkenntnisse bereits für Winterreifen angewandt. Wir haben ihnen dabei sehr geholfen.»

(Frédéric Lambert/L'essentiel)

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