Luxemburg : Fortgang des Google-Projekts in Bissen polarisiert die Politik

Publiziert

Luxemburg Fortgang des Google-Projekts in Bissen polarisiert die Politik

BISSEN – Laut Abgeordneten Laurent Mosar, hängen die Pläne für den Bau eines Google-Rechenzentrums in der Landesmitte in der Schwebe. Doch nicht alle teilen die Meinung des CSV-Politikers.

von
Jean-François Colin
Laut Abgeordneten Laurent Mosar, steht das Google-Projekt in Bissen vor einer unsicheren Zukunft.

Laut Abgeordneten Laurent Mosar, steht das Google-Projekt in Bissen vor einer unsicheren Zukunft.

Editpress/Julien Garroy

«Für mich ist die Akte tot, aber die Regierung weigert sich, den Totenschein zu veröffentlichen», sagt Laurent Mosar, der seine Meinung über das Projekt zur Ansiedlung eines Google-Rechenzentrums in Bissen offen darlegt. Am gestrigen Donnerstag wurde das Projekt im Ausschuss der Chamber diskutiert. Der CSV-Abgeordnete hat sich dabei auf die vermeintliche Tatsache berufen, dass «Google sich sträubt, die für die Ansiedlung unerlässliche Umweltverträglichkeitsprüfung fortzusetzen». Darüber hinaus sieht eine Klausel im Vertrag vor «dass, wenn die Baugenehmigung nicht vor Anfang 2024 eingeführt wird, der Staat das Grundstück zu festgelegten Bedingungen zurückkaufen kann», so Laurent Mosar abschließend. Laut ihm gebe es also keine Hoffnung mehr auf die erfolgreiche Realisierung des Projekts in Bissen.

Bissens Bürgermeister, David Viaggi, hingegen lehnt die von dem CVS-Abgeordneten getroffenen Aussagen entschieden ab und entgegnet: «Der Staat kann mit diesem Grundstück nicht machen, was er will. Der Gemeinderat hat es im allgemeinen Raumordnungsprojekt (PAG) für ein Rechenzentrum vorgesehen. Und nur die Gemeinde selbst kann die Initiative für eine Nutzungsänderung ergreifen». Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, würde der Gemeindevorsteher dies als «Vertrauensbruch ansehen, da wir so viele Stunden und so viel Geld mit diesen langen Verfahren verbracht haben», so Bissens Bürgermeister.

Der Wirtschaftsminister Franz Fayot erklärte indes, dass es keine Informationen darüber gebe, «dass das Projekt in Frage gestellt wird». Das Google-Projekt ist seit 2017 im Gange und hatte in der Vergangenheit bereits mit zahlreichen Komplikationen zu kämpfen. Heute liegt der Schlüssel zu seiner Verwirklichung mehr denn je in den Händen des amerikanischen Tech-Giganten Google, der allerdings auch auf andere Standorte – insbesondere in Belgien – linst.

Deine Meinung

2 Kommentare