Nach Pleite im Halbfinale: Frankreichs Präsident Macron muntert Marokko-Stars in der Kabine auf

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Nach Pleite im HalbfinaleFrankreichs Präsident Macron muntert Marokko-Stars in der Kabine auf

Frankreich hat im WM-Halbfinale gegen Marokko Mühe, steht aber im Endspiel. Trainer Deschamps ist stolz, Staatspräsident Macron denkt an die Marokkaner. 

von
Nils Hänggi

Frankreichs Weltmeister haben das traumhafte WM-Märchen Marokkos jäh beendet und greifen schon wieder nach dem goldenen Pokal. Die Équipe Tricolore setzte sich am Mittwoch gegen den ersten afrikanischen Halbfinalisten mit 2:0 durch und trifft am Sonntag im großen Endspiel auf Lionel Messis Argentinien.

Den Marokkanern bleibt der Stolz, bei der WM in Katar jetzt schon Historisches geleistet zu haben. Am Samstag können die Nordafrikaner gegen Kroatien noch Platz drei erreichen. In der Heimat fieberten und zitterten Millionen Menschen mit – mindestens die Verlängerung wäre vor 68.294 Zuschauern im Al-Bait Stadion verdient gewesen.

Marokko-Spieler sind enttäuscht

Nach Schlusspfiff war Marokkos Trainer Walid Regragui einfach nur stolz auf seine Mannschaft: «Ich habe den Spielern gesagt: Ich bin stolz auf sie. Der König ist auch stolz auf sie, das ganze marokkanische Volk ist das.» Seine Spieler hätten sich von ihrer besten Seite gezeigt und alles gegeben. «Sie sind enttäuscht, sie wollten die Geschichte weiterschreiben. Man kann aber keine Weltmeisterschaft mit Wundern gewinnen.»

Das Spiel um Platz drei am Samstag gegen Kroatien werde aufgrund der vielen Verletzungen eine «mentale Herausforderung», so der Trainer weiter. Und beim Finale zwischen Frankreich und Argentinien erwartet er «ein ausgeglichenes Spiel. Es wäre schön, wenn Frankreich gewinnt. Dann könnten wir sagen, dass wir gegen den Weltmeister ausgeschieden sind», sagte der in Frankreich geborene Regragui.

Wer wird Weltmeister?

Was Marokko bei dieser WM Außergewöhnliches geleistet hat – das Team zog als erstes afrikanische Land in einen WM-Halbfinale ein – wusste auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron. Dieser ging nach dem Triumph zuerst in die Kabine der Franzosen, dann aber besuchte er noch die Marokko-Stars. Dies meldet Transfer-Experte Fabrizio Romano auf Twitter. Frankreichs Staatspräsident habe demnach vor allem Sofyan Amrabat gelobt und diesen als den «besten Mittelfeldspieler des Turniers» geadelt.

Zum Erfolg von Frankreich meinte Macron: «Mir geht es jetzt viel besser als vor eineinhalb Stunden. Wir haben manchmal gelitten, aber wir haben eine sehr große Mannschaft gesehen.» Er glaubt an die erfolgreiche Titelverteidigung des Weltmeisters von 1998 und 2018. «Deschamps, das sind drei Finale, und er gewinnt sie», so Macron. Im Finale am Sonntag (16 Uhr) spielt die Équipe Tricolore gegen Argentinien.

Frankreichs Trainer Deschamps holte bereits 1998 als Spieler den WM-Pokal. «Wir bringen den Pokal mit nach Hause und natürlich muss Deschamps bleiben! Diese französische Mannschaft macht mich sehr stolz», verkündete der französische Präsident. 

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