Mont-Blanc – Franzosen gehen gegen «Spinner» am Berg vor

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Mont-BlancFranzosen gehen gegen «Spinner» am Berg vor

Der Montblanc ist bei Bergsteigern beliebt. Dementsprechend viel Abfall bleibt auf dem Gipfel liegen. Das soll sich nach dem jüngsten Eklat ändern.

Man kennt es schon vom Mount Everest: Hohe Berge locken zahlreiche Alpinisten an, die am Berg ihren Abfall zurücklassen. Mittlerweile wurde in Nepal ein Gesetz eingeführt, dass Bergsteiger ihren Kehricht wieder mitnehmen müssen.

Auch der Montblanc ist bei Bergsteigern sehr beliebt. Und auch hier kämpfen die Behörden gegen den Ansturm, allen voran der Bürgermeister von Saint-Gervais, Jean-Marc Peillex. Er ärgert sich schon länger über den Massenansturm am Berg. Am Samstag kam es zu einem Vorfall, der nun auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf den Plan rief. Dieser soll nun gegen «Spinner» vorgehen, die den Montblanc besteigen wollen und dabei gegen das Gesetz verstoßen. Das sind die kuriosesten Fälle:

Mit dem Rudergerät auf den Berg

Am Samstag sorgte der britische Ex-Royal-Marine Matthew Paul Disney für Kritik. Für karitative Zwecke wollte er ein 26 Kilogramm schweres Rudergerät auf den Gipfel des Montblanc tragen, berichten britische Medien. Das tat er dann auch. Doch auf dem Rückweg ließ er das Gerät in einer Hütte auf 4362 Metern Höhe zurück. Aus Sicherheitsgründen, wie er später gegenüber Medien sagte. «Man könnte meinen, er glaubte, er sei in einem Freizeitpark», so die Kritik von Jean-Marc Peillex in einem offenen Brief.

Gassi gehen auf dem Mont-Blanc

Peillex ärgert sich auch über einen Alpinisten, der am Wochenende den Aufstieg mit seinem Hund machen wollte. Polizisten, die während der Sommersaison am Montblanc patrouillieren, hätten ihm davon abgeraten. Der Deutsche habe dann erklärt, er werde seinen Hund in Obhut geben, bevor er starte. Doch das tat er nicht: Mitten in der Nacht sei er mit seinem Hund aufgebrochen. Das Tier überlebte die Wanderung zwar, hatte aber blutige Pfoten, als es zurückkehrte. Und laut Peillex ist der Deutsche nicht der Einzige, der seinen Hund mit auf den Berg nahm.

Beleidigungen und Angriffe

Laut Peillex wurde Mitte August ein Bergführer angegriffen und geschlagen, als er am Montblanc den Weg einer Seilschaft aus Osteuropa kreuzte. Die Bergsteiger waren wütend, weil er nicht gewartet hatte und sie vorbeiziehen ließ. Ein anderer Bergführer wurde beleidigt, als er eine Gruppe bei einem Unterschlupf freundlich darauf hinwies, dass sie einen Eispickel verwenden sollten. Ein weiterer Führer wurde von vier spanischen Bergsteigern gestoßen, die sich mangelhaft angeseilt hatten.

Montblanc wird zum Hotel

Der Bürgermeister ärgert sich auch, dass eine Notunterkunft einer Gruppe von über 20 Personen als Hotel diente. Die Hütte sei für andere deshalb nicht nutzbar gewesen und es scheine, dass sich die Gruppe regelrecht organisiert habe. Drei andere Bergsteiger hätten sich auf einer Schneebrücke ein Nickerchen gegönnt. Ein weiterer Tourist baute auf dem Gipfel gar sein Zelt auf.

Anreise per Flugzeug

Erst im Juni wurde bekannt, dass zwei Schweizer mit einem Kleinflugzeug am Berg landeten und dann den Aufstieg zum Gipfel starteten. Sie wurden erwischt und mussten eine Strafe bezahlen.

(L'essentiel/vro)

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