Telefone beschlagnahmt – Frau ruft Notfall fast 800 Mal in zwei Tagen an
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Telefone beschlagnahmtFrau ruft Notfall fast 800 Mal in zwei Tagen an

Eine Frau rief immer wieder die psychiatrischen Notfalldienste an und besetzte so die Leitungen. Nun folgten Maßnahmen.

Telefonterror pur: Eine Frau hat die Zentralen des Universitätskrankenhauses im schweizerischen Lausanne und der Psychiatrischen Klinik in Cery mehrmals für sich in Beschlag genommen. Selbst die Eingriffe der Polizei und der Justiz waren nutzlos.

Die von den Einrichtungen gemeldete Anzahl der Anrufe ist beeindruckend: Im August 2018 rief sie in zwei Tagen nicht weniger als 400 Mal die psychiatrische Notfallzentrale an. An einem Tag im Februar 2019 kontaktierte sie in nur fünf Stunden 50 Mal die Uniklinik, gleichzeitig rief sie 150 Mal den psychiatrischen Notfalldienst an. Am 1. und 2. Juni zählte die Klinik in Lausanne 800 Anrufe.

Betreuung half nicht

Um zu verhindern, dass die Notrufleitungen wiederholt besetzt sind, reichte die Klinik im März Beschwerde ein. Daraufhin wurden Maßnahmen ergriffen, um der Frau zu helfen. So konnte sie täglich mit Krankenschwestern, Ärzten, Ergotherapeuten, einem Physiotherapeuten, einem Sozialarbeiter und sogar einem Sporttrainer sprechen. Doch selbst durch diese Betreuung konnte die Frau nicht beruhigt werden.

Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte daraufhin das Festnetz-Telefon und ihr Handy. Die Frau focht die Maßnahme an, doch ihre Berufung wurde zurückgewiesen, denn psychiatrische Notfallzentralen haben nur eine Leitung. Diese könne nicht permanent von ein und derselben Person besetzt sein. Die Beschlagnahmung sei daher im öffentlichen Interesse verhältnismäßig.

(L'essentiel/chu/qll)

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