Zwei Jahre vermisst – Frau treibt acht Stunden regungslos im Wasser
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Zwei Jahre vermisstFrau treibt acht Stunden regungslos im Wasser

Angelica Gaitan gilt seit zwei Jahren als vermisst. Dann wird sie von einem kolumbianischen Fischer gefunden: Sie ist während acht Stunden regungslos im Meer getrieben.

Zuerst sah es aus wie Treibholz, berichtet der kolumbianische Fischer Rolando Visbal. Dann aber erkannte er: Was da regungslos im Wasser trieb, das war eine Frau! Gemeinsam mit einem Freund zog er die Frau an Bord, wie Video-Aufnahmen zeigen – und rettete ihr so das Leben.

Acht Stunden lang trieb die 46-jährige Angelica Gaitan im Meer, wie verschiedene internationale Medien übereinstimmend berichten. Noch viel länger galt sie als vermisst: Ihre Familie suchte seit über zwei Jahren nach ihr!

Sie floh vor gewalttätigem Ex-Mann

Nach eigenen Angaben floh Gaitan 2018 vor ihrem Ex-Mann. Dieser habe sie über Jahre hinweg misshandelt. Mit ihm hatte sie zwei Töchter. «Der Missbrauch begann mit meiner ersten Schwangerschaft, er schlug mich, er misshandelte mich. In der zweiten Schwangerschaft ging der Missbrauch weiter, und ich konnte ihm nicht entkommen, weil die Mädchen so jung waren», sagte Gaitan gegenüber dem kolumbianischen Radiosender RCN.

Nachdem sie bei einer der vielen gewalttätigen Angriffe ihres Mannes fast gestorben war, floh Gaitan. Nach Monaten auf der Straße kam sie in einer Hilfsunterkunft unter. Weil ihr Ex-Mann aber in eine andere Stadt zog, verlor Gaitan vergangene Woche ihr Recht, in der Unterkunft zu bleiben.

Tochter sammelt Geld – und widerspricht

«Ich wollte alles beenden, ich hatte von niemandem Hilfe, nicht einmal von meiner Familie, denn dieser Mann hielt mich von meinem sozialen Umfeld fern. Deshalb wollte ich nicht weiterleben», so Gaitan. Sie entschied sich zum Sprung ins Meer, wo sie von den Fischern gerettet wurde.

Die Tochter und Schwester von Gaitan sammeln Geld für eine medizinische Behandlung von Gaitan. Die Tochter widerspricht der Darstellung ihrer Mutter und machte stattdessen psychische Probleme geltend.

Gaitan hat seit der Rettung neue Hoffnung geschöpft: «Ich bin sehr dankbar, dass Gott mir eine neue Möglichkeit gegeben hat vorwärtszukommen», sagte sie. «Ich wurde wiedergeboren. Gott wollte nicht, dass ich sterbe.»

(L'essentiel/Reto Heimann)

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