Luxemburg: «Frauen sollten keine Angst haben, sich Herausforderungen zu setzen»
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Luxemburg«Frauen sollten keine Angst haben, sich Herausforderungen zu setzen»

LUXEMBURG – Aurélia hat während der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren und musste bei Null anfangen. Ein Schicksal, das die junge Frau als Gelegenheit nutzte, um ihren Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen.

von
Marine Meunier
«Un moment pour maman» («Ein Moment für Mama»): So heißt das Event, das Aurélia auf die Beine gestellt hat und das am 19. Mai in der Hauptstadt stattfindet.

«Un moment pour maman» («Ein Moment für Mama»): So heißt das Event, das Aurélia auf die Beine gestellt hat und das am 19. Mai in der Hauptstadt stattfindet.

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«Un moment pour maman» («Ein Moment für Mama»): So heißt das Event, das Aurélia auf die Beine gestellt hat, das am 19. Mai in der Hauptstadt stattfindet. Die 30-Jährige stammt ursprünglich aus dem Norden Frankreichs, wo sie eine Karriere in Großunternehmen hinter sich hat. 2019 gab sie alles auf, um ihrem Partner nach Luxemburg zu folgen. Im September desselben Jahres fand sie eine Stelle als Marketing-Managerin im Einkaufszentrum Pall Center. Doch in der ersten Woche ihrer Probezeit erfuhr sie, dass sie mit ihrem ersten Kind schwanger war. «Es war zwar nicht geplant, aber ich freute mich natürlich sehr darüber», sagt sie.

Als die Pandemie einschlug und sie in Mutterschaftsurlaub ging, hat sich alles schnell verändert. «Der Umsatz des Unternehmens ging zu diesem Zeitpunkt aufgrund der geschlossenen Grenzen stark zurück. Als ich zurückkam, verlor ich meine Stelle», erklärt Aurélia. Ihrer Meinung nach habe sie aber «Glück im Unglück» gehabt. «Mein Sohn war damals gerade mal zwei Monate alt. Ich konnte so mehr Zeit mit ihm verbringen», sagt sie.

Diese Zeit habe die 39-jährige Mutter ebenfalls ausgenutzt, um ein langjähriges Projekt umzusetzen: Sich selbstständig zu machen. Neben ihrem Job als Geschäftsführerin in Differdingen gründete sie mit der Unterstützung des Nyuko-Programms «Eco-Baby». Ihr Ziel: Ein Secondhand-Laden mit Kinderkleidung. «Ich sehe bei meinem eigenen Sohn, wie rasend schnell Kinder wachsen und ständig neue Klamotten brauchen», sagt sie.

Doch das Projekt sei vorerst auf Eis gelegt. «Seinen eigenen Laden in Luxemburg zu haben ist aufgrund der hohen Mieten für Kleinunternehmer nicht rentabel», erklärt sie. Ganz hat Aurélia jedoch ihre Pläne nicht aufgegeben. Das Event «Un Moment pour maman» am 19. Mai soll ein Ort der Begegnung und des Austauschs für Mütter sein, die sich manchmal alleine fühlen. «Ich verkaufe dort Secondhand-Babykleidung und weitere lokale Unternehmer nehmen ebenfalls am Event teil», so Aurélia.

Damit gibt die 30-Jährige ihre Karriere eine ganz neue Richtung – «eine zwar unerwartete, aber wohlüberlegte Entscheidung». «Ich gehe dabei wohl ein Risiko ein. Normalerweise ist man mit einem Kind eher auf der Suche nach Stabilität, aber es ist einfach ein neues Abenteuer. Frauen – selbst mit Kindern – sollten keine Angst haben, sich Herausforderungen zu setzen».

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