Alabama: Frauenmörder 28 Jahre nach der Tat per Giftspritze hingerichtet

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AlabamaFrauenmörder 28 Jahre nach der Tat per Giftspritze hingerichtet

Im US-Staat Alabama ist ein verurteilter Mörder per Giftspritze hingerichtet worden. Joe Nathan James hatte 1994 seine damals 26 Jahre alte Ex erschossen. Alle Gnadengesuche für ihn waren abgewiesen worden. 

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Joe Nathan James wurde 28 Jahre nach einem Mord exekutiert.

Joe Nathan James wurde 28 Jahre nach einem Mord exekutiert.

AFP
James wurde per Giftspritze hingerichtet. Im Bild eine Todeszelle in Kalifornien.

James wurde per Giftspritze hingerichtet. Im Bild eine Todeszelle in Kalifornien.

Wikipedia/CA Corrections

Wegen Mordes an seiner Ex-Freundin ist ein Mann im US-Staat Alabama hingerichtet worden. Joe Nathan James Jr. starb am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Gefängnis per Giftspritze. Rund eine halbe Stunde zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA dessen Antrag auf Aussetzung der Exekution abgelehnt.

Die inzwischen erwachsenen Töchter und der Bruder seines Opfers hatten sich zudem letztlich vergeblich dafür eingesetzt, dass James die Todesstrafe erspart bleibe. «Er hat etwas Schreckliches getan, aber er hat genug gelitten und ich denke nicht, dass unser Leben dadurch besser wird, dass man sein Leben nimmt», sagte Helvetius Hall, der Bruder des Opfers.

Kay Ivey (77), republikanische Gouverneurin von Alabama, verteidigte die Hinrichtung: «Heute wurde ein faires und gerechtes Urteil vollstreckt und die unmissverständliche Botschaft ausgesandt, dass Alabama hinter den Opfern häuslicher Gewalt steht.» 

James war schuldig befunden worden, vor 28 Jahren seine damals 26 Jahre alte Ex-Freundin Faith Hall in der Stadt Birmingham erschossen zu haben. Mit der jungen Frau war James laut Gerichtsakten kurz zusammen, ehe sie ihm den Laufpass gab. In der Folge entwickelte sich beim Verschmähten eine Obsession, er stellte Hall immer wieder nach und belästigte sie über Monate hinweg.

Am 15. August 1994 ging Hall mit einer Freundin einkaufen und danach in deren Wohnung. James drang laut der Staatsanwaltschaft mit Gewalt ein, zückte eine Waffe und feuerte drei Schüsse auf Hall ab. Zu diesem Zeitpunkt war sie 26 Jahre alt.

Drei Tage nach Geburtstag hingerichtet

Eine Jury sprach James 1996 des Mordes schuldig und empfahl die Todesstrafe, die ein Richter dann auch verhängte. Der Schuldspruch wurde später von einem Berufungsgericht mit der Begründung gekippt, dass die Vorinstanz fälschlicherweise einige Polizeiberichte zum Fall als Beweismittel zugelassen habe. Es kam zu einem neuen Prozess, an dessen Ende James 1999 erneut zum Tode verurteilt wurde. Damals ließ die Jury die Argumentation der Verteidigung nicht gelten, dass James zum Zeitpunkt des Mordes nicht Herr seiner Emotionen gewesen sei. Seine Exekution erfolgte nun drei Tage nach seinem 50. Geburtstag.

Alabama ist der US-Bundesstaat, in dem die meisten Todesurteile pro Kopf ausgesprochen werden. Laut dem Portal Equal Justice Initiative wurde jede siebte hingerichtete Person im Staat später von ihrer Schuld entlastet – also unschuldig hingerichtet. Zudem wird der Staat dafür kritisiert, dass er Pflichtverteidigern zu wenig bezahlt und so oft eine angemessene Verteidigung verhindert. Seit 1976 wurden im Staat 69 Personen hingerichtet.

(AP/trx)

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