Auf Sizilien – Freiwilliger Helfer entdeckt Überreste eines Kindes

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Auf SizilienFreiwilliger Helfer entdeckt Überreste eines Kindes

Seit Anfang August wird der vierjährige Gioele auf Sizilien vermisst. Nun scheint sich ein trauriger Verdacht zu bestätigen.

Aufnahme von der Suchaktion in Caronia.

Aufnahme von der Suchaktion in Caronia.

Seit Anfang August wird der kleine Gioele (4) im italienischen Caronia vermisst. Die Leiche seiner Mutter wurde am 8. August bereits aufgefunden. Von dem Kind fehlte bislang jede Spur. Nun hat ein freiwilliger Helfer menschliche Überreste entdeckt, die einem drei bis vierjährigen Kind zuzuordnen sind, wie italienische Medien berichten. Die Suche konzentrierte sich bisher auf einen Graben in der Gegend von Messina, etwa 400 Meter von der Brücke entfernt, wo sich die Leiche der Mutter befand.

Die Knochenreste des Kindes wurden zur Autopsie und DNA-Untersuchung in ein Institut für forensische Medizin transportiert. Zu 99 Prozent gehören sie Gioele, wie es in einem Bericht von La Stampa heißt. In Video-Aufnahmen ist zu sehen, wie Ermittler eine Kiste mit den Überresten, die vermutlich von wilden Tieren verstümmelt wurden, von dem Fundort wegtragen. In einer nächsten Sequenz ist Gioeles Vater, Daniele Mondello, zu sehen, der in Tränen aufgelöst vor der Kiste kniet.

Hintergründe noch völlig unklar

Wie es überhaupt zu dieser Tragödie kommen konnte, ist noch völlig unklar. Theorien, dass die Mutter das Kind und dann sich selbst getötet haben könnte, wiederlegt der Vater vehement: «Viviana hätte ihn niemals getötet und sie hatte auch keine Angst vor Hunden», sagt er laut La Stampa.

Den zweiten Teil der Aussage bezieht er auf die Hypothese des Rechtsanwalts, dass Mutter und Kind von wilden Tieren, allenfalls Hunden, getötet wurden. Im Fokus der Ermittlungen stehen demnach auch die Möglichkeit von Mord, beziehungsweise Selbstmord oder ein Sexualverbrechen.

Die Mutter Viviana Parisi hatte am 3. August zusammen mit ihrem Sohn das Familienhaus in Venetico gegen 9.30 Uhr verlassen. Parisi stieg in ihren Opel Corsa und fuhr in Richtung Sant’Agata Militello. Um 10.52 war sie erneut auf der Autobahn Palermo–Messina unterwegs, um 11.05 Uhr baute die Mutter einen kleinen Unfall im Tunnel von Pizzo Turda bei der Ortschaft Caronia. Zwei Minuten später sind Parisi und ihr Sohn verschwunden.

(L'essentiel/Katja Fässler)

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