Sicherheit in Luxemburg – Früh übt sich, wer ein guter Fußgänger werden will

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Sicherheit in LuxemburgFrüh übt sich, wer ein guter Fußgänger werden will

GREVENMACHER – Die Kinder der Grundschule in Grevenmacher lernen schon früh, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten müssen. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet.

Gebannt blicken die Kinder nach vorne. Wird ihr Name aufgerufen? Dürfen sie sich den Applaus abholen? Alle paar Sekunden springt ein Grundschüler auf, lächelt über beide Ohren und kommt nach vorne gehüpft. Am Ende hat jeder ein Grinsen im Gesicht, denn alle haben bestanden. Die jungen Schüler der École fondamentale in Grevenmacher haben ihren ersten Führerschein in der Tasche. «Ihr habt alle das Examen geschafft, durch das ihr gelernt habt, sicher über die Straße zu gehen», lobt Bürgermeister Léon Gloden.

«Wir haben den Kindern beigebracht, wie sie sich zum Beispiel auf dem Bürgersteig oder dem Zebrastreifen verhalten oder wohin sie beim Überqueren der Straße schauen müssen», sagt Polizistin Joy Conter. Die Beamten in Grevenmacher sind an dem Projekt genauso beteiligt wie die Grundschule und die Maison relais, welche der Initiator ist. Seit sechs Jahren werden die Kinder mit den nötigen Kenntnissen im Straßenverkehr vertraut gemacht. «Die Kleinen sind noch neugierig und wissensdurstig. Die hören immer zu, wenn man ihnen was erklärt», sagt Conter. Jeweils zwei Beamte haben mehrmals mit den Kindern geübt, bevor sie ihre Prüfung ablegen durften.

Viele Unfälle mit Fußgängern

«Es ist wichtig, den Kinder möglichst früh beizubringen, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten müssen», sagt Bürgermeister Gloden. Die vielen Unfälle mit Fußgängern in Luxemburg zeigen, dass ein Sicherheitstraining bei den Sechs- und Siebenjährigen sicher nicht die schlechteste Idee ist. Und wenn Schüler doch ein paar Probleme haben, werden sie von den Polizisten zur Seite genommen und bekommen alles in Ruhe noch einmal erklärt.

Dass sie die Regeln verinnerlicht haben, zeigen die Grundschüler dann in einer kleinen Demonstration. Brav bleibt die Gruppe am Zebrastreifen stehen. Links-rechts-links, kein Auto in Sicht. Und los geht’s. Mit dem neuen Fußgängerführerschein kann nichts mehr schiefgehen.

(Henning Jochum/L'essentiel)

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