Nach Biss auf Terrasse – Fuchs in Kehlen gefangen – Ängste sind unbegründet
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Nach Biss auf TerrasseFuchs in Kehlen gefangen – Ängste sind unbegründet

LUXEMBURG – Nach den Beißattacken in Kehlen wurde ein Fuchs gefangen. Die Naturverwaltung will die Ängste vor diesen Tieren zerstreuen.

Das Füchse Menschen beißen kommt in Luxemburg sonst eher selten vor.

Das Füchse Menschen beißen kommt in Luxemburg sonst eher selten vor.

DPA/Brian Lawless/Archivbild

Im Fall der Fuchsbisse in Kehlen ist die Naturverwaltung (ANF) darum bemüht, die Sorgen der Bevölkerung auszuräumen. Nachdem in Kehlen in der vergangenen Woche eine Anwohnerin von einem Fuchs ins Bein gebissen worden war, hat die Verwaltung in der Umgebung des letzten Tatorts einen Fuchs gefangen. Das Tier werde derzeit untersucht, teilte die ANF gegenüber L'essentiel mit. Ergebnisse seien derzeit noch keine bekannt, auch könne man noch nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich bei dem gefangenen Tier um den Beißer handele. Vor der Frau wurden bereits eine weitere Person und ein Hund von einem Fuchs gebissen.

Der stellvertretende Direktor des ANF, Laurent Schley, erinnert daran, dass ein Fall von Tollwut sehr unwahrscheinlich sei. Zur Begründung verweist Schley auf die zeitlichen Zusammenhänge: Wenn der Fuchs tollwütig gewesen wäre, sei es ausgeschlossen, dass er innerhalb kürzerer Zeit zwei Mal zubeißen könne. Denn in der Regel würden Füchse wie andere Tiere kurz nach der Infektion mit Tollwut verenden. Bei den Beißvorfällen handele es sich um eine «absolute Ausnahmeerscheinung», einen ähnlich gelagerten Fall, bei dem ein Fuchs einen Menschen gebissen habe, habe es laut Schley in den letzten fünfzehn Jahren nicht gegeben. Da es sich um artfremdes Verhalten des Fuchses handele, sei zu vermuten, dass hinter den Bissen in Kehlen ein und dasselbe Tier stehe.

Gerade vor dem Hintergrund der Seltenheit mahnt Schley zu Ruhe und Besonnenheit in Bezug auf Füchse: «Es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen und Angst vor ihnen zu haben.» Dennoch macht die Angst vor dem Tier in Kehlen nicht halt, denn die Behörden würden von besorgten Anwohnern mit Fragen überhäuft, sobald sie einen Fuchs in der Nähe ihres Hauses sähen. «Wir bekommen fast jeden Tag Anrufe. Wir haben eine 72-seitige Broschüre mit allen Antworten veröffentlicht», so der stellvertretende Direktor des ANF. Schley bedauert, dass von einigen Menschen bewusst Ängste vor Füchsen geschürt würden. Die Broschüre der Verwaltung basiert laut Schley auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und räumt mit Vorurteilen in Bezug auf Tiere auf.????????????

(nm/L'essentiel)

Tollwut in Luxemburg:

Die sylvatische Tollwut bei Haus- und Wildtieren wurde in Luxemburg zuletzt 1999 nachgewiesen. Nach Daten der WHO wurde damals ein Pferd positiv auf den Erreger getestet. Bei Wildtieren wurde zuletzt 1997 der Tollwut-Erreger festgestellt, damals waren zwei Füchse betroffen.

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