WM 2022: «Fühle mich homosexuell» – Fifa-Präsident Infantino mit kurioser WM-Rede

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WM 2022«Fühle mich homosexuell» – Fifa-Präsident Infantino mit kurioser WM-Rede

Einen Tag vor WM-Beginn tritt Fifa-Präsident Gianni Infantino in Doha vor die Medien. Er holt zum großen Rundumschlag aus. 

von
Lucas Werder
(aus Doha)

Die kuriosen Aussagen von Infantino im Video.

Es ist ein ganz kurioser Auftritt, den Fifa-Präsident Gianni Infantino einen Tag vor WM-Start hinlegt. In Doha stellt sich der Walliser den Fragen der Medien und holt zeitgleich zu einem Rundumschlag gegen Europa, die Medien und seine Kritiker aus.

«Heute fühle ich sehr starke Gefühle, heute fühle ich mich als Katarer, heute fühle ich mich als Araber, heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich homosexuell. Heute fühle ich mich behindert, heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant», eröffnete er seine Ansprache. Die wichtigsten Aussagen von Infantino in der Übersicht.

Gastarbeiter

«Ich bin ein Sohn von Immigranten. Meine Eltern haben in der Schweiz unter schwierigen Bedingungen gearbeitet», erzählt Infantino. «Ich erinnere mich, welche Rechte sie hatten und wie sie behandelt wurden.» Als er nach seiner Wiederwahl nach Katar gekommen sei, habe er sich zurückerinnert. «Ich habe den Leuten gesagt, dass das nicht gut ist», so der 52-Jährige. Doch nun habe Katar grosse Fortschritte gemacht, die aber niemand anerkennen würde. «Die Fifa und Katar kümmern sich um die Immigranten, wir bieten ihnen Arbeit», erklärte der Fifa-Präsident.

Kritik an Europa

«In Europa erlauben wir fast keine Arbeiter aus diesen Ländern», so Infantino. Die Immigranten, die Europa erreichen, müssten eine schwierige Reise hinter sich bringen, nur wenige würden überleben. «Wenn ihr euch für diese Leute interessieren würdet, würdet ihr ihnen Arbeit und eine Zukunft geben.» Infantino weiter: «Ich denke, was wir Europäer in den vergangenen 3000 Jahren weltweit gemacht haben, da sollten wir uns die nächsten 3000 Jahre entschuldigen, bevor wir anfangen, moralische Ratschläge an andere zu verteilen.»

Eingekaufte Fans

«Wenn jemand aussieht wie ein Inder, kann er nicht für England oder Spanien jubeln?», fragte Infantino die anwesenden Journalisten. «Das ist diskriminierend! Jeder kann jubeln, für wen er will.»

LGBTIQ

«Ich habe viel mit den Leuten hier gesprochen. Jeder ist willkommen, das kann ich bestätigen», erklärte Infantino. Wenn jemand etwas anderes behaupten würde, sei das nicht die Meinung von Katar oder der Fifa. «Kritik wird als Provokation gesehen», so der Fifa-Boss. «Das bewirkt nur das Gegenteil. Spaltet nicht, versucht zu vereinen.»

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Gianni Infantino wehrt sich gegen die Kritik an der WM in Katar.

Gianni Infantino wehrt sich gegen die Kritik an der WM in Katar.

IMAGO/Shutterstock
Seine Rede begann äußerst kurios. 

Seine Rede begann äußerst kurios. 

AFP
«Heute fühle ich sehr starke Gefühle, heute fühle ich mich als Katarer, heute fühle ich mich als Araber, heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich homosexuell. Heute fühle ich mich behindert, heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant», so Infantino.

«Heute fühle ich sehr starke Gefühle, heute fühle ich mich als Katarer, heute fühle ich mich als Araber, heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich homosexuell. Heute fühle ich mich behindert, heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant», so Infantino.

REUTERS

Diskriminierung

«Ich weiss, was Diskriminierung bedeutet», sagte Infantino. «Als Kind wurde ich wegen meinen roten Haaren, meinen Sommersprossen und meinen schlechten Deutschkenntnissen ebenfalls diskriminiert.»

Alkoholverbot

«Es ist kurzfristig, das gebe ich zu» so Infantino. «Aber man überlebt schon drei Stunden ohne ein Bier. Es gibt genug Möglichkeiten, wo man trinken kann.»

Mangelndes Interesse

Viele hätten behauptet, keiner werde sich für diese WM interessieren. «Wir haben die TV-Rechte für 200 Millionen mehr verkauft als bei der letzten WM», sagte Infantino. Auch bei den Sponsoren seien es 200 Millionen mehr «Insgesamt sind es 600, 700 Millionen, die wir mehr einnehmen. Wenn so viele Leute aus der ganzen Welt Geld investieren, heißt es, dass sie an die Fifa und Katar glauben.»

Behinderte Menschen

«Es gibt eine Milliarde behinderte Menschen auf der Welt. Niemand interessiert sich für sie», behauptete Infantino. «Hier sind 400 Journalisten. Vor einigen Tagen war ich an einer Veranstaltung für behinderte Menschen, da waren nur vier Journalisten.»

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