Abzocke in Afrika – Fünf Dollar pro Wehen-Schrei

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Abzocke in AfrikaFünf Dollar pro Wehen-Schrei

Zimbabwe ist für Korruption berüchtigt, doch was Transparency International anprangert, macht sprachlos: Wenn Frauen dort bei der Niederkunft schreien, müssen sie zahlen.

Zimbabwe hat im Jahr 2000 von sich reden gemacht, als weiße Farmer im grossen Stil enteignet wurden. Seither hat die Korruption das Land eisern im Griff: Ohne Bestechungsgelder ist dort kein Staat zu machen. Heute wird auch beim eigenen Volk unverhohlen abkassiert. Selbst Menschen in größter Not und anderen Umständen müssen zahlen: Frauen, die zum Gebären ins Krankenhaus gehen, wird dort pro Wehen-Schrei fünf Dollar berechnet.

Die lastige Gebühr wird erhoben, weil die werdenden Mütter «falschen Alarm auslösen», berichtet Transparency International. Sie werden zu den Kosten für die Entbindung hinzuaddiert, die bei enormen 50 Dollar liegen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen betrage in Zimbabwe nur 150 Dollar, kritisiert die Hilfsorganisation. Angeblich würden sogar Frauen in Krankenhäusern festgehalten, wenn sie nach der Geburt die Beträge nicht zahlen könnten.

Andere Schwangere würden wegen der Kosten einen großen Bogen um Ärzte machen, was die Säuglingssterblichkeit und Fehlgeburten-Rate erhöhe. Nach Intervention von Transparency International habe das Gesundheitsministerium nun jedoch Besserung gelobt. Das könnte andererseits auch bloß bedeuten, dass das Volk anderswo abkassiert wird. Die «Washington Post» verweist unter Berufung auf Transparency International darauf, dass 62 Prozent der Einwohner letztes Jahr Bestechungsgeld zahlen mussten.

Aktuell veröffentlichte Transparency International das «Global Corruption Barometer 2013, in dem Sie hier nachschlagen können.

(L'essentiel Online/phi)

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