Prozess Sexy-Cora – «Für den Fehler gibt es keine Entschuldigung»

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Prozess Sexy-Cora«Für den Fehler gibt es keine Entschuldigung»

Auftakt im Prozess um den Tod von Pornostar Sexy Cora. Narkose-Ärztin Marion F., die wegen fahrlässiger Tötung angeklagt ist, gesteht Fehler ein.

Pornodarstellerin und Reality-Star Carolin Wosnitza, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Sexy Cora, verstarb nach neuntägigem Koma am 20. Januar 2011 an den Komplikationen ihrer fünften Brust-OP. Todesursache laut einem Gutachten der Hamburger Rechtsmedizin vom November 2011: Ärztepfusch. Der Chirurg selbst wurde entlastet, die Narkose-Ärztin Marion F. jedoch stark belastet.

Seit dem 28. Januar 2013 steht Marion F. in Hamburg vor Gericht. «Nach dem Einleiten der Vollnarkose soll sie nicht für eine ausreichende Beatmung über eine Sauerstoffmaske gesorgt haben», lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Auch habe die Ärztin nicht mit den angebrachten Wiederbelebungsmaßnahmen reagiert.

Akustisches Warnsignal auf Null gestellt

Gleich zum Prozessauftakt gesteht Marion F. Fehler ein, wie bild.de berichtet: «Der akustische Tongeber für Vitalfunktionen war auf Null gestellt.» Ob ihr dies nicht aufgefallen sei, fragt der Richter. «Das ist ein Dauer-Ton, den ich seit mehr als 20 Jahren höre. Ich kann nicht sagen, warum ich das Gerät vor der OP nicht kontrolliert habe und es mir während des Eingriffs nicht aufgefallen ist», so die Angeklagte.

Den zweiten Vorwurf weist sie aber zurück: «Ich bin sicher, dass ich die Patientin richtig beatmet habe.» Dies steht freilich konträr zur Sichtweise des medizinischen Gerichtssachverständigen Dr. Georg von Knobelsdorff, der zu Protokoll gibt: «Die allerwahrscheinlichste Ursache [für den Tod] ist, dass die Beatmung nicht korrekt war.»

Dazu die Angeklagte: «Ich suchte den Puls, fand keinen, habe dann auf den Monitor geschaut – und die Nulllinie gesehen.» Sofort habe sie Alarm geschlagen, der Patientin wurde Adrenalin injiziert, der Notarzt wurde gerufen.

Starke Depressionen

Marion F.: «Ich habe mich nicht entschuldigt, weil es für so einen Fehler keine Entschuldigung gibt.». Seit dem Tod von Sexy Cora leidet die Angeklagte an starken Depressionen. Ihre Tätigkeit als Ärztin hat sie aufgegeben.

Das Gerichtsurteil soll am 5. Februar fallen. Bei einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung drohen bis zu fünf Jahre Haft.

(L’essentiel Online / obi)

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