Geoblocking – «Für Kunden wird sich letztlich wenig ändern»

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Geoblocking«Für Kunden wird sich letztlich wenig ändern»

LUXEMBURG – Ab Montag wird das «Geoblocking» in der EU flexibler gestaltet. Die neue Verordnung wird laut Einschätzung von Experten aber nicht alle Hindernisse überwinden können.

Der Online-Handel zwischen EU-Ländern bleibt problematisch.

Der Online-Handel zwischen EU-Ländern bleibt problematisch.

AFP

Im vergangenen Jahr weigerte sich Wirtschaftminister Étienne Schneider, die vorgeschlagene europäische Verordnung zur Bekämpfung des sogenannten Geoblockings (siehe Infobox) zu unterstützen. Er war der Auffassung, dass die Verordnung nicht weit genug ginge, weil insbesondere audiovisuelle Online-Inhalte ausgeschlossen wurden und weil Dienstleister nicht verpflichtet wurden, ihre Kunden an den gewünschten Adresse zu beliefern.

«Aus Sicht der Kunden ist eines der größten Hindernisse, dass die Verordnung die Händler zwar verpflichtet, ihnen den Zugang zu den von ihm angebotenen Waren zu gewähren, sie aber weiterhin nicht in alle Staaten liefern müssen», erklärt Michaël Sibilia von der Handelskammer.

Aber auch wenn am Montag die europäische Verordnung gegen das Geoblocking beim Online-Kauf in Kraft tritt, wird sich letztendlich für die Kunden wenig ändern. «Die Probleme bei Lieferungen mit territorialen Beschränkungen werden dadurch nicht gelöst», so Sibilia weiter. Auch der Zugang zu Online-Videos, insbesondere im Bereich des Sports, sei weiterhin nicht von überall möglich, da «audiovisuelle Dienste, einschließlich die Übertragung von Sportereignissen, von der Verordnung ausgenommen sind».

(Patrick Théry/L'essentiel)

Was ist Geoblocking?

Der Begriff beschreibt Geschäftspraktiken, bei denen ein Kunde aufgrund seiner Nationalität, seines Wohnortes, seines Aufenthaltsortes oder seines Firmensitzes benachteiligt wird. Ein Beispiel: Ein Kunde mit Wohnsitz in Frankreich findet während seines Spanien-Urlaubs im Internet eine günstige Jacke in einem Online Shop. Zurück in Frankreich, möchte er sie bestellen und gibt die spanische Internetadresse ein. Er gelangt aber nicht auf die spanische Seite, sondern wird sofort auf die französische Seite weitergeleitet. Dort ist der gesuchte Artikel aber wesentlich teurer.

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