Joanna Krupa – Für Peta ist auch Wolle grausame Tierquälerei

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Joanna KrupaFür Peta ist auch Wolle grausame Tierquälerei

Das amerikanische Model setzt sich für den Tierschutz ein: Schafe zu scheren, sei grausam. Diese Botschaft der neuen Peta-Kampagne sorgt aber für Stirnrunzeln.

Lieber nackt als im Wollpulli: Für das neue Kampagnenfoto der Peta hält Model Joanna Krupa (36) ein blutig geschertes Lamm in ihren Armen. Natürlich ist es eine Attrappe, denn Krupa und die Aktivisten von Peta würden Schafen kein Haar krümmen. Vielmehr machen sie mit der Anzeige darauf aufmerksam, dass das Scheren den Schafen viel Leid verursache.

«Nichts an Wolle ist harmlos und kuschelig», heißt es im Slogan. Schafe würden auf den Wollfarmen misshandelt, jährlich würden Millionen im Namen der Wollproduktion sterben, und bei der Scherprozedur würden die Tiere so rücksichtslos behandelt, dass oft blutende Wunden blieben, schreibt Krupa in einem Statement auf Instagram. «Ich bin gegen jegliche Gewalt, gegen Menschen wie gegen Tiere.»

Peta rät Verbrauchern von Wolle ab

Frank Schmidt von Peta Deutschland erklärt den Hintergrund zur Kampagne: «Unser Hauptaugenmerk liegt hier auf der Aufklärung. Viele Verbraucher glauben an das romantische Bild der grünen Wiese mit grasenden Tieren. Die Realität auf Farmen in Australien ist, dass dort 50.000 Schafe leben, die im Akkord geschoren werden.» Peta rate Konsumenten zu Baumwollflanell, Polyesterflies oder anderen Acrylfasern. «Auch damit kann man sich warm kleiden», sagt Schmidt.

Doch künstliche Textilprodukte bergen andere Probleme in sich. So wehrt sich Greenpeace aktuell gegen die Verwendung von gewissen Chemikalien in Outdoorbekleidung, die die Umwelt belasten können. Dieselben chemischen Stoffe können auch in den von Peta favorisierten Acrylfasern enthalten sein. Verlagert Peta die Probleme mit ihrem Engagement gegen Wolle einfach von den Tieren auf die Umwelt?

«Die Praktiken sind brutal»

Frank Schmidt kennt diesen Einwand: «Schafwolle schneidet in der Umweltbilanz sehr schlecht ab, auch im Vergleich zu Kunstfasern. Durch ihren Methanausstoß tragen die riesigen Schafherden weltweit zum Klimawandel bei und sorgen neben Bodenerosion auch für eine Verunreinigung der Gewässer durch ihre Fäkalien.» Pflanzliche Viskosefasern aus Bambus oder Sojaseide seien ökologisch am besten zu bewerten.

In den sozialen Medien findet Krupas Aktion bisher viel Zuspruch. Sie mache auf ein wenig beachtetes Thema aufmerksam, lautet der Grundton. «Die Praktiken auf Schaffarmen sind brutal», ergänzt Schmidt. Und es gebe noch kein industrielles Label, das Wolle aus fairer Produktion ausweise.

Tierquälerei ist falsch, Sexismus aber auch

Obwohl fast jeder Mensch in irgendeiner Form etwas Wollenes im Schrank hängen hat, zielen kritische Stimmen zur aktuellen Kampagne in eine etwas unerwartete Richtung und unterstellen Peta Sexismus: «Tierquälerei ist falsch, aber Frauen für Werbung zu Objekten zu machen, ebenso», schreibt Country News auf Twitter.

Im Making-of erklärt Krupa das Konzept des Kampagnen-Shootings:

(L'essentiel/fim/bbe)

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