Drosten in Podcast – Für Ungeimpfte ab 50 Jahre wird es bald «brenzlig»

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Drosten in PodcastFür Ungeimpfte ab 50 Jahre wird es bald «brenzlig»

Virologe Christian Drosten zeigt sich besorgt über die dritte Corona-Welle, die Briten-Mutation und die Astrazeneca-Debatte. Angst hat er um Ältere.

Man solle vor allem daran denken, «dass wir diese Impfung brauchen», sagte der Charité-Wissenschaftler Christian Drosten im «Coronavirus-Update» beim «NDR Info»-Podcast. In Deutschland wurde wie in Luxemburg die Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff vorerst ausgesetzt. Doch genau das sei entscheidend, so Drosten, denn es werde sich die Situation durch die Virus-Mutationen in den kommenden Wochen «drastisch erschweren».

«Brenzlig» werde es dabei vor allem für Menschen über 50 Jahre, die noch nicht geimpft seien. Sie seien einerseits einem höheren Virus-Risiko ausgesetzt und hätten andererseits kaum eine Chance auf eine schnelle Impfung. Die Briten-Mutation mache derzeit bereits 75 Prozent der Neuinfektionen aus, so der Wissenschaftler. Doch auch er plädiert beim Thema Astrazeneca für Sicherheit: Die Fälle von aufgetretenen Sinusvenenthrombosen müssten untersucht werden.

« Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum. »

«Jetzt ist das innerhalb von nur ein paar Wochen aufgetreten, während Astrazeneca verimpft wurde. Darum muss man das ernst nehmen und anschauen», so Drosten, der aber nicht in Alarmismus verfallen will: Generell würde eine solche Zahl an Thrombosen auch in der ungeimpften Normalbevölkerung auftreten. Außerdem seien Blutgerinnungsstörungen auch eine bekannte Begleiterscheinung von Corona-Erkrankungen, so Drosten.

Für Ostern prognostiziert Drosten keine guten Szenarien: «Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum.» Bedeutet: Drosten geht von einem massiven Anstieg der Neuinfektionen aus – und in Verbindung mit den geringeren Liefermengen des Impfstoffs von einer nicht guten epidemiologischen Lage.

(L'essentiel/rfi)

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