WM in Katar: Uruguay-Stars gehen nach Schlusspfiff auf Schiedsrichter los

WM in KatarUruguay-Stars gehen nach Schlusspfiff auf Schiedsrichter los

Alle Infos rund um die Fußballweltmeisterschaft der Herren in Katar findest Du hier im «WM-Ticker».

von
L'essentiel & Agenturen

Freitag, 02.12.2022

Frustrierte Uruguayer

Trotz eines Sieges gegen Ghana schafft es Uruguay nicht in den Achtelfinal. Der Schuldige bei den Spielern ist schnell gefunden. Es ist der Unparteiische Daniel Siebert. Nach Schlusspfiff gehen sie auf den Deutschen los.

Achtelfinale gegen Australien: Messi vor seinem 1000. Spiel

Lionel Messi steht im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft vor dem 1000. Pflichtspiel seiner Profi-Karriere. Der 35 Jahre alte Kapitän und Superstar der argentinischen Nationalmannschaft bestritt bisher allein 168 Länderspiele.

Dazu kommen 778 Partien für den FC Barcelona, wie die Katalanen auf ihrer Homepage aufführen. 53 Spiele absolvierte Messi für Paris Saint-Germain seit seinem Wechsel im Sommer vergangenen Jahres.

Auch laut seiner eigenen Homepage steht Messi vor dem Match im Ahmad Bin Ali Stadion an diesem Samstag (20.00 Uhr MEZ) gegen das Überraschungsteam Australien bei 999 Partien, in denen er 788 Tore erzielte, 93 davon für die Nationalmannschaft.

Er kann bei dieser Weltmeisterschaft, die seine fünfte und sehr wahrscheinlich auch letzte ist, zudem WM-Rekordspieler werden und Lothar Matthäus ablösen. Dieser absolvierte in seiner Karriere 25 WM-Partien, Messi steht bei 22, insgesamt vier können maximal noch dazukommen.

Diese Mannschaften spielen heute

Für sechs Mannschaften geht es am Freitag noch um den Einzug ins WM-Achtelfinale – Brasilien und Portugal sind in den Gruppen G und H bereits sicher weiter, Ghana und die Schweiz haben gute Chancen. Ghanas Nationalmannschaft könnte WM-Geschichte für einen ganzen Kontinent schreiben. Kämen die Black Stars weiter, stünden erstmals drei Mannschaften aus Afrika im Achtelfinale. Der Senegal und Marokko sind bereits qualifiziert, womit zum zweiten Mal nach 2014 zwei afrikanische Teams die Gruppenphase überstanden haben.

Gruppe H:

  • 16 Uhr: Ghana – Uruguay (ZDF und MagentaTV)

  • 16 Uhr: Südkorea – Portugal (MagentaTV)

Gruppe G:

  • 20 Uhr: Serbien – Schweiz (ZDF und MagentaTV)

  • 20 Uhr Kamerun – Brasilien (Magenta TV)

Den ganzen Spielplan und alle Ergebnisse – auch live während der Spiele – findest Du hier.

Donnerstag, 01.12.2022

Belgien- und Mexiko-Coach Martino nehmen den Hut

Roberto Martínez hat umgehend nach dem WM-Vorrunden-Aus seinen Rücktritt als belgischer Nationaltrainer erklärt. «Das war heute mein letztes Spiel als Nationaltrainer. Das ist natürlich sehr emotional», sagte der Spanier nach dem 0:0 am Freitag in Katar gegen Kroatien im letzten Vorrundenspiel. Belgien verpasste damit erstmals seit 1998 bei einer WM-Endrunde die K.o.-Runde.

Und der mexikanische Verband bestätigte nach dem frühen WM-Aus die Trennung von Nationaltrainer Gerardo Martino. «Sein Vertrag ist ausgelaufen. Er weiß, dass das negative Umfeld und der Misserfolg es für ihn unmöglich machen, weiterzumachen», sagte Verbandspräsident Yon de Luisa am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im mexikanischen WM-Quartier in Al-Chaur bei Doha. «Wir schätzen ihn als fähigen Trainer», sagte Sportdirektor Jaime Ordiales. «Aber im Fussball zählen die Ergebnisse.»

Fifa ermittelt wegen homophober Rufe gegen Mexiko

Der Fußball-Weltverband FIFA ermittelt nach dem WM-Ausschieden Mexikos gegen den Verband wegen eines Fehlverhaltens der Fans. Die Disziplinarkommission habe wegen Gesängen der Fans beim 2:1 gegen Saudi-Arabien Ermittlungen aufgenommen, teilte die Fifa am Donnerstag mit. Der mexikanische Verband erklärte, die Fifa ermittle wegen möglicher homophober Rufe der mexikanischen Fans. Die eigenen Anhänger hätten sich jedoch während des gesamten Turniers in Katar gut verhalten.

Bereits nach dem ersten WM-Spiel Mexikos gegen Polen hatte die Fifa wegen des gleichen Vergehens Ermittlungen eingeleitet. Mexikanischen Medien zufolge droht dem Verband wegen des wiederholten Vorfalls dieser Art nun eine härtere Strafe.

WM-Aus für Portugals Mendes

Portugal-Star Nuno Mendes verpasst einem Medienbericht zufolge verletzt den Rest der WM. Der 20 Jahre alte Linksverteidiger von PSG könne bei dem Turnier nicht mehr zum Einsatz kommen, berichteten portugiesische Medien am Donnerstag übereinstimmend. Mendes hatte sich am Montag beim 2:0 gegen Uruguay eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und musste nach 42 Minuten verletzt ausgewechselt werden.

Der Verband bestätigte das WM-Aus für seinen Linksverteidiger zunächst nicht. Am Mittwoch hieß es lediglich, der 20-Jährige habe wegen seiner Blessur nicht mit der Mannschaft trainiert.

Polens Torwart verliert Wette mit Messi

Polens Torwart Wojciech Szczesny hat im abschließenden WM-Gruppenduell mit Argentinien eine Wette gegen Lionel Messi verloren. Nachdem er den Superstar der Südamerikaner bei einem Zweikampf im Strafraum leicht am Kopf getroffen hatte und der Schiedsrichter die Szene auf Hinweis des Videoassistenten überprüfte, habe er zu Messi gesagt: «Ich wette 100 Euro, dass er ihn nicht gibt.» Der Referee entschied nach Ansicht der TV-Bilder jedoch auf Elfmeter, sodass Szczesny nach dem Abpfiff einräumte: «Die Wette gegen Messi habe ich wohl verloren.»

Begleichen will Szczesny die Wettschulden nicht. Messi habe genug Geld, befand er lachend. Den Strafstoss von Messi hatte der Schlussmann von Juventus Turin übrigens pariert. Zwar verlor Polen die Partie dennoch mit 0:2, zog aber als Gruppenzweiter, wie Argentinien ins Achtelfinale ein. Entsprechend gut gelaunt war Szczesny und nahm augenzwinkernd sogar eine mögliche Strafe des Fußball-Weltverbandes FIFA in Kauf. «Ich weiß nicht, ob das erlaubt ist», sagte er zu seiner Wette mit Messi. «Wahrscheinlich kriege ich dafür eine Strafe. Das ist mir aber egal.»

Das steht am Donnerstag

Der WM-Mittwoch ist rum. Zeit für ein bisschen Buchhaltung: Vier Achtelfinal-Paarungen stehen bereits fest:

  • Niederlande – USA (3.12., 16.00 Uhr)

  • Argentinien – Australien (3.12., 20.00 Uhr)

  • Frankreich – Polen (4.12., 16.00 Uhr)

  • England – Senegal (4.12., 20.00 Uhr)

Die restlichen vier Partien werden in den kommenden zwei Tagen ermittelt. Das ist das Programm für Donnerstag, wenn die Entscheidungen in den Gruppen E und F anstehen:

Gruppe F:

  • Kanada – Marokko (16.00 Uhr)

  • Kroatien – Belgien (16.00 Uhr)

Gruppe E:

  • Costa Rica – Deutschland (20.00 Uhr)

  • Japan – Spanien (20.00 Uhr)

Wenn du dich dafür interessierst, wie der Spielplan aussieht – kein Problem. Hier kannst du alle Partien und ihre Ergebnisse anschauen.

Mittwoch, 30.11.2022

Deutscher TV-Kommentator bezeichnet Fifa-Präsidenten als Clown

Während des Spiels Ecuador gegen Senegal (1:2) zeigten die TV-Kameras auch den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino auf der Tribüne. Dies nahm der Kommentator Christian Strassburger vom deutschen Magenta TV zum Anlass, einen Spruch rauszuhauen.

Er sagte: «Unterschied bei den WM-Spielen: Anders als im Zirkus sitzen die Clowns auf der Tribüne.»

Dieser Kommentar machte im Netz schnell die Runde und bekam viel Zuspruch. So heißt es da beispielsweise: «Spruch des Jahres» oder «Geil, das trifft es genau.»

Messis WM-Aus am Mittwoch? Das sind die Partien

Der WM-Dienstag hat es in sich gehabt. Auch der Mittwoch verspricht mit den Entscheidungen in den Gruppen C und D spektakulär zu werden.

Weltmeister Frankreich hat das Ticket für das Achtelfinale bei der Fußball-WM bereits sicher. Alle anderen sieben Teams, die am Mittwoch ihr letztes Gruppenspiel bestreiten, müssen noch um den Einzug in die K.o.-Runde bangen. Besonders im Fokus steht das Duell zwischen Argentinien mit Superstar Lionel Messi und Polen mit Weltfußballer Robert Lewandowski.

Gruppe D:

  • 16.00 Uhr: Australien – Dänemark

Die Socceroos aus Australien hoffen auf den ersten Achtelfinal-Einzug bei einer WM seit 16 Jahren. Mit einem Sieg wären sie sicher weiter. Auch ein Unentschieden würde reichen, wenn Tunesien nicht gegen Frankreich gewinnt. Darauf hoffen auch die Dänen, die dann ihrerseits bei einem Sieg weiter wären. Der EM-Halbfinalist geht mit dieser Drucksituation relativ gelassen um. Zumal Kapitän Simon Kjaer wieder dabei ist. Das Motto lautet: Wir haben alles in der eigenen Hand.

  • 16.00 Uhr: Tunesien – Frankreich

Der Weltmeister steht bereits im Achtelfinale und so gut wie sicher auch als Gruppensieger fest. Trainer Didier Deschamps hat daher einige Änderungen in der Startelf angekündigt. So dürfen die Bundesligaprofis Benjamin Pavard, Kingsley Coman (beide Bayern München) und Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) auf einen Einsatz von Beginn an hoffen. Ganz anders ist die Situation bei den Tunesiern. Die Nordafrikaner müssen gewinnen und sind zudem vom Ausgang des Duells zwischen Dänemark und Australien abhängig.

Gruppe C:

  • 20.00 Uhr: Polen – Argentinien

Die Polen gehen als Tabellenführer der Gruppe C in das Duell mit Messi und Co. Dem Team um Toptorjäger Robert Lewandowski reicht bereits ein Remis zum Weiterkommen. Es wäre der erste Einzug in ein WM-Achtelfinale seit 1986. Doch auch bei den Südamerikanern, bei denen Messi sein 22. WM-Spiel bestreitet und damit mit Diego Maradona gleichzieht, ist die Zuversicht groß. Um ganz sicher im Turnier zu bleiben, müssen sie jedoch gewinnen.

  • 20.00 Uhr: Saudiarabien – Mexiko

Saudi-Arabien hat das Weiterkommen selbst in der Hand. Bei einem Sieg stünde das Team von Trainer Hervé Renard sicher im Achtelfinale. Fraglich ist der Einsatz der zuletzt angeschlagenen Mohamed Kanno und Mohammed Al-Buraik. Mexiko muss dagegen auf ein kleines Fußball-Wunder hoffen. Erste Voraussetzung ist ein eigener Sieg. Gelingt der, kommt es auch noch auf den Ausgang der Partie Polen gegen Argentinien an.

Wenn du dich dafür interessierst, wie der Spielplan aussieht – kein Problem. Hier kannst du alle Partien und ihre Ergebnisse anschauen.

Dienstag, 29.11.2022

Zum ersten Mal wird eine Frau ein WM-Spiel pfeifen

Im dritten Spiel der deutschen Nationalmannschaft an der WM in Katar wird unabhängig vom Ergebnis Fußball-Geschichte geschrieben. Die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart (38) wird als erste Frau in der langen Historie der Fußball-WM der Männer ein Spiel leiten.

Die Ansetzung gab der Weltverband Fifa am Dienstag bekannt. Für die DFB-Auswahl geht es gegen Costa Rica um die Qualifikation für den Achtelfinal – nur ein Sieg führt in die K.-o.-Runde.

Frappart war bereits für die Männer-Europameisterschaft im vergangenen Jahr nominiert worden, hatte dort aber kein Spiel gepfiffen. In der französischen Ligue 1 kommt sie seit 2019 zum Einsatz. Im August 2019 pfiff Frappart das Spiel um den europäischen Supercup, im Dezember 2020 leitete sie als erste Frau ein Champions-League-Spiel der Männer.

Neben der Französin sind in Katar auch Salima Mukansanga aus Ruanda und Yoshimi Yamashita aus Japan als Hauptschiedsrichterinnen dabei. «Sie sind nicht hier, weil sie Frauen sind, sondern als Fifa-Referees», hatte Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina (62) beim WM-Start gesagt. «Sie sind als Fifa-Referees hier und bereit für jedes Spiel.»

Neymar und Co. fehlen Brasilien gegen Kamerun

Die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft muss bei der WM in Katar vorerst auf einen weiteren Spieler verzichten. Neben Superstar Neymar und Rechtsverteidiger Danilo fällt auch Linksverteidiger Alex Sandro für das abschließende Vorrundenspiel am Freitag gegen Kamerun aus. Der 31-jährige Alex Sandro habe sich beim 1:0 gegen die Schweiz an der Hüfte verletzt, sagte Teamarzt Rodrigo Lasmar am Dienstag in Doha. Wann alle drei wieder einsatzfähig sind, ließ Lasmar offen.

Die Brasilianer sind bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Nach der Partie gegen die Schweizer war bekannt geworden, dass Neymar neben seiner Bänderverletzung am Sprunggelenk auch unter leichtem Fieber leidet. Das Fieber sei aber mittlerweile unter Kontrolle und behindere die Behandlung des Fußes nicht, sagte Lasmar.

DFB-Team wird von der Fifa gebüßt

Das deutsche Nationalteam, oder besser der deutsche Fußballverband DFB, wird von der Fifa gebüßt. Aber nicht etwa, weil sich die Spieler vor der Partie gegen Japan die Hand vor den Mund hielten. Nein, weil Trainer Hansi Flick ohne einen seiner Spieler an die Pressekonferenz vor dem Spanien-Spiel am Samstag antrabte.

Dies entsprach nicht den Regeln, deshalb flatterte eine Busse des Weltfussballverbandes hinein. Etwa 10.150 Euro muss der DFB berappen, wie Bild.de berichtet. Außerdem sprach die Fifa eine Verwarnung aus.

Karim Benzema kehrt nicht während der WM zurück

Urlaub auf La Réunion statt WM in Katar: Der Traum französischer Fussball-Fans von einem Comeback von Ballon d’Or-Gewinner Karim Benzema hat sich offenbar schnell erledigt. Die Tourismus-Behörde der Insel La Réunion zeigte am Dienstagmorgen in den sozialen Medien Fotos, nach denen der verletzte Torjäger zum Urlaub auf der Insel im Indischen Ozean angekommen ist. Medienberichten zufolge soll er dort eine Woche bleiben.

Spanische Medien hatten zuvor spekuliert, der Stürmerstar von Real Madrid könne am Donnerstag wieder ins Training einsteigen. Demnach handele es sich bei seiner Verletzung doch um keinen Muskelriss. Theoretisch dürfte Benzema bei der bis zum 18. Dezember dauernden WM auch noch zum Einsatz kommen, weil die Franzosen niemanden nachnominiert haben und ihn stattdessen weiter im 26er-Kader führen. Dies erscheint nun weiter extrem unwahrscheinlich.

«Das ist wirklich nichts, worüber ich nachdenke», sagte Nationaltrainer Didier Deschamps am Dienstagmorgen in Doha: «Ich habe auch nicht verfolgt, wer was gesagt hat. Und wir haben doch gehört, wie lange er ausfallen wird.» Damit bezog er sich auf die Diagnose, dass Benzema für die gesamte WM ausfalle.

Neue Anspielzeiten

Ab Dienstag gibt es an der WM keine frühen Spiele mehr. Da die letzten Gruppenspiele gleichzeitig beginnen, wurden die Anspielzeiten angepasst. Ab heute wird um 16 Uhr und 20 Uhr gespielt.

  • Um 16 Uhr spielt Katar gegen die Niederlande.

  • Ebenfalls um 16 Uhr steht die Partie zwischen Senegal und Ecuador an.

  • Um 20 Uhr folgt dann das Spiel England – Wales.

  • Ebenfalls um 20 Uhr treffen Iran und die USA aufeinander.

Wenn du dich dafür interessierst, wie der Spielplan aussieht – kein Problem. Hier kannst du alle Partien und ihre Ergebnisse anschauen.

Montag, 28.11.2022

Mann mit Regenbogenflagge stürmt bei WM in Katar aufs Spielfeld

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist am Montagabend ein Mann mit einer Regenbogenflagge während eines Spiels auf das Spielfeld gerannt. Der Mann war während der zweiten Halbzeit des Spiels Portugal gegen Uruguay etwa 30 Sekunden auf dem Feld, bevor er von Sicherheitsleuten abgeführt wurde. Neben der Regenbogenflagge trug der Mann ein T-Shirt mit dem Schriftzug «Rettet die Ukraine» auf der Vorderseite und «Respekt für iranische Frauen» auf dem Rücken.

Das Turnier Katar ist vor allem wegen der Lage der Menschenrechte in dem Golfemirat das umstrittenste in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaften. Unter anderem ist Homosexualität unter Strafe gestellt.

Die Kapitäne von sieben europäischen Mannschaften hatten beabsichtigt, vielfarbige «One Love»-Armbinden gegen Diskriminierung während des Turniers zutragen. Nach der Androhung von Sanktionen durch den Weltfußballverband Fifa sahen die nationalen Verbände jedoch davon ab.

Mehrere Fans beschwerten sich zu Anfang der WM, sie seien aufgefordert worden, Kleidung mit Regenbogenfarben auszuziehen.

In der Hand hielt der Mann die viel besprochene Regenbogenfahen. Mit der Botschaft auf seinem Rücken unterstützt er die iranischen Frauen in ihren Protesten.

In der Hand hielt der Mann die viel besprochene Regenbogenfahen. Mit der Botschaft auf seinem Rücken unterstützt er die iranischen Frauen in ihren Protesten.

AFP

TV-Sender fällt auf «falschen Neymar» rein

US-TV-Sender Fox ist sich am Sonntag sicher: Dieser Spaziergänger ist der verletzte brasilianische Superstar Neymar (30). Auf Twitter veröffentlichte der Sport-Ableger des Lieblingssenders von Ex-US-Präsident Donald Trump (76) ein Video, auf dem der vermeintliche Star-Spieler bei seinem Spaziergang zu sehen ist. «Neymar wurde entdeckt, als er durch Doha marschiert ist», heißt es dazu.

Allerdings handelt es sich bei der Person nicht um Neymar, sondern um einen Doppelgänger. Zwar fielen offenbar auch einige Fans auf ihn herein, viele andere machten aber den TV-Sender auf den Irrtum aufmerksam. Fox Sport ruderte daraufhin zurück. «Neymar hat einen sehr überzeugenden Doppelgänger», hieß es später.

Fans provozieren Deutschland nach «One Love»-Protest

Beim WM-Spiel Deutschland gegen Spanien haben Zuschauer Bilder des früheren deutschen Fußball-Nationalspielers Mesut Özil in die Höhe gehalten. Außerdem hielten sich einige von ihnen im katarischen Al-Bait-Stadion den Mund zu.

Damit spielten sie am Sonntagabend offensichtlich auf die Geste der DFB-Elf vor deren erstem WM-Spiel gegen Japan an. Mit der Geste hatte das Team am Mittwoch gegen das Verbot der «One Love»-Armbinde durch die Fifa protestiert.

Die Captainsbinde soll ein Symbol für Vielfalt und Meinungsfreiheit sein. Besonders in Katar selbst war diese Geste der Nationalspieler auch kritisiert worden. Warum Fans im Stadion nun auch Özil-Fotos und Zeichnungen zeigten, auf denen er zwinkert, war zunächst unklar.

Tatsache ist: Özil ist mit dem DFB nicht im Guten auseinandergegangen. Nach dem Wirbel um sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der Fussball-WM 2018 und dem Vorrunden-Aus war er aus der Nationalelf zurückgetreten. Er hatte dem DFB danach Rassismus vorgeworfen.

Fifa ermittelt gegen DFB nach Regelverstoß

Die Fifa hat nach dem Verstoß des Deutschen Fußball-Bundes gegen die Pressekonferenz-Regeln vor dem WM-Spiel gegen Spanien Ermittlungen aufgenommen. Wie der Weltverband am Montag mitteilte, untersuche die Disziplinarkommission Verstöße gegen Artikel 44 der WM-Regularien sowie mehrere Artikel in den Medien- und Marketingregeln sowie dem für alle 32 WM-Teilnehmer gültigen sogenannten Team-Handbuch.

Konkreter Hintergrund: Deutschland-Trianer Hansi Flick war am Samstagnachmittag allein zur obligatorischen Pressekonferenz vor dem Gruppenspiel im internationalen Medienzentrum von Doha erschienen. Alle Teams sind allerdings verpflichtet, dass sich vor jedem Spiel neben dem Chefcoach auch ein Spieler vor der Weltpresse äußert.

Begründet wurde dieses Vorgehen von Flick mit der aus seiner Sicht langen Anreise vom Teamquartier im Norden Katars in die gut 100 Kilometer entfernte Hauptstadt. Diese sei rund 30 Stunden vor dem Anpfiff keinem der 26 Spieler seines Kaders «zuzumuten», sagte Flick. Man habe stattdessen die Pressekonferenz im DFB-Medienhotel in Al-Shamal direkt neben dem Trainingsplatz abhalten wollen. Dies wurde von der Fifa nicht gestattet.

Mögliche Konsequenz dürfte nun zunächst eine Verwarnung oder eine Geldstrafe für den DFB sein.

Chinesisches Fernsehen zeigt keine Fans ohne Maske

Chinas staatlicher Fernsehsender schneidet bei der Übertragung der WM-Spiele in Katar Nahaufnahmen von Stadionbesuchern ohne Maske heraus. Während der Vorrundenbegegnung zwischen Japan und Costa Rica zeigte der Sender CCTV Sports am Sonntag stattdessen Aufnahmen von Spielern und Offiziellen oder Bilder des Stadions, wie AFP-Reporter berichteten. Die Zuschauer bekamen lediglich entfernte Aufnahmen der Menge zu sehen, auf denen einzelne Gesichter nur schwer zu erkennen waren. Insgesamt waren die Fans auf den Tribünen bei CCTV Sports seltener im Bild als bei der Live-Übertragung des Spiels auf dem Portal Douyin und anderen chinesischen Streaming-Plattformen.

Frühere Aufnahmen feiernder Fans bei der WM in Katar hatten in China für Unmut gesorgt, wo Millionen Menschen weiterhin von Lockdowns betroffen sind. China ist die letzte große Volkswirtschaft, die eine sehr strenge Null-Covid-Politik verfolgt. Selbst kleine Corona-Ausbrüche können zu Lockdowns bis hin zur Abriegelung ganzer Städte und zu Betriebsschließungen führen, was die Wirtschaft und den Alltag der Menschen massiv belastet. Diese offensichtliche Zensur könnte eine Reaktion auf die aktuellen Proteste von Teilen der chinesischen Bevölkerung gegen die sehr strenge Null-Covid-Strategie der Kommunistischen Partei sein.

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