Wegen Kopfball – Fußballspielen kann impotent machen

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Wegen KopfballFußballspielen kann impotent machen

Urologen warnen: Bei zu vielen Kopfbällen droht ein Verlust der Potenz. Dies ist einem deutschen Profi-Kicker passiert. Aber auch Amateure sind gefährdet.

Regelmäßige Kopfbälle können die Erektionsfähigkeit schädigen. (Bild: Keystone/AP)

Regelmäßige Kopfbälle können die Erektionsfähigkeit schädigen. (Bild: Keystone/AP)

Wer regelmäßig Fußball spielt, riskiert seine Potenz. Das zeigt das Beispiel eines deutschen Bundesliga-Kickers, der anonym bleiben möchte. Dieser litt unter einem Verlust von Libido und Potenz. Außerdem waren seine Hoden verkleinert. Mit diesen Problemen wandte sich der 27-jährige Sportler an eine Klinik.

Dort wurde festgestellt, dass der Patient einen zu geringen Level an den Geschlechtshormonen LH und Testosteron aufwies. Ersteres wird von der Hirnanhangdrüse im Gehirn produziert und löst die Produktion von Testosteron in den Hoden aus. Dieses wiederum ist für die sexuelle Lust und Potenz beim Mann verantwortlich. Die Ärzte des Max-Planck-Instituts in München fanden schließlich den Grund für den Durchhänger: Wiederholte Kopfbälle hatten die Hirnanhangdrüse des Profi-Kickers so stark geschädigt, dass die erwähnten Hormone nicht mehr ausreichend produziert wurden.

Auch Amateure sind gefährdet

Der betroffene Patient spielt seit seinem siebten Lebensjahr Fußball. Während seiner Profikarriere hat er wöchentlich bis zu 500 Bälle mit dem Kopf abgefangen, schreibt die «Medical Tribune». Die dabei entstandenen Schläge auf den Schädel führten zu mikroskopisch kleinen Verletzungen der Hirnanhangdrüse.

Aber nicht nur Profis laufen Gefahr, ihre Potenz auf dem Fußballfeld zu verlieren. «Es kommt weniger auf die Anzahl der Kopfbälle an als auf deren Härte», sagt Christoph Kraft, Facharzt für Urologie. Es könne also auch bei einem Hobbyfußballer zu solchen Verletzungen und damit zu Erektionsstörungen kommen. Eine einmalige Gehirnerschütterung reiche aber nicht aus. «Es sind wiederholte kleine Hirntraumata nötig.»

Wie viele Kicker von einer sportlich bedingten Impotenz betroffen sind, ist unbekannt. Klar ist jedoch, dass die Schädigung irreversibel ist. Es handelt sich jedoch über einen eher seltenen Befund. Auch Boxer stehen wegen der Schläge gegen den Kopf unter einem erhöhten Impotenz-Risiko.

(L'essentiel Online/nj)

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