Luxemburg – Gastro-Schnelltests stoßen auf Kritik
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LuxemburgGastro-Schnelltests stoßen auf Kritik

LUXEMBURG – Die Wiedereröffnung der Innenräume des Gastgewerbes soll mit Corona-Schnelltests abgesichert werden. Der Ansatz wirft jedoch einige Fragen auf.

Auch im Innenbereich sollen Gaststätten ab dem 16. Mai wieder öffnen dürfen.

Auch im Innenbereich sollen Gaststätten ab dem 16. Mai wieder öffnen dürfen.

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Die Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants in Luxemburg am 16. Mai könnte sich als komplizierter erweisen als erwartet. Das Problem liegt in der Unklarheit der Umsetzung des sehr strengen Hygiene-Protokolls, das von der Regierung vergangene Woche detailliert beschrieben wurde. Auch wenn Xavier Bettels Formel «Niemand ohne negativen Test» in ein Restaurant zu lassen, eigentlich leicht verständlich scheint, so wirft die konkrete Umsetzung Fragen auf.

Können Kunden, die einen Test vor Ort machen wollen, das Lokal betreten oder müssen sie draußen warten? Was passiert, wenn sie widersprechen oder sich weigern? Können die Angestellten einen Kunden zwingen, das Gelände zu verlassen? Die Kammer für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes bemängelt in ihrer Stellungnahme zum neuen Corona-Gesetz die aus ihrer Sicht bestehenden «Rechtsunsicherheiten».

Die Organisation geht sogar noch weiter und weist auf «Ungereimtheiten» hin, da Gäste, die sich draußen aufhalten, keinen negativen Test vorlegen müssen. Etwa um auf die Toilette zu gehen, die innerhalb des Lokals liegt. Und die Kammer schließt ihren Einwand mit dem Hinweis auf die Vier-Personen-Regel am Tisch. Da gebe es die Ausnahme für «Familienveranstaltungen ab einer bestimmten Größe», die «in einem Restaurant oder Café stattfinden können, sofern die Regeln eingehalten werden».

«Wenig Substanz»

Auf Anfrage von L'essentiel gibt sich Horesca-Generalsekretär François Koepp bezüglich der Unklarheiten sachlich: «Wenn ein Kunde positiv ist, muss er aufstehen und gehen, so ist das Gesetz! Es ist nicht kompliziert, einen Test zu lesen. Was die Abläufe betreffe, müsse man schauen, ob die Tests vor der Tür oder in einem Raum am Eingang durchgeführt werden, so Koepp weiter.

Andererseits befürchtet der Sprecher des Verbandes, dass die Kunden vor dem Betreten jedes Lokals einen neuen Test machen müssen: «Mit diesem System werden sie alle zwei Stunden getestet. Warum macht man es nicht wie in Deutschland, wo es möglich ist, 24 Stunden lang denselben zertifizierten Test vorzulegen?» Er erwarte dadurch einen «Rekord» an täglichen Tests in Luxemburg.

Premierminister Xavier Bettel kündigte die Bereitstellung von 500.000 kostenlosen Tests für das Gastgewerbe an, um die Wiedereröffnung von Betrieben zu ermöglichen. Die Logistik dahinter leide jedoch unter einer gewissen Komplexität, berichtet der Horesca-Mann. Dahinter stünden viele schöne Worte, aber wenig substanzielles.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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