Rohes Gemüse schuld? – Gefährlicher Durchfall grassiert

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Rohes Gemüse schuld?Gefährlicher Durchfall grassiert

Ein lebensbedrohlicher Durchfallerreger geht in Deutschland um. Im Saarland liegen drei Menschen auf der Intensivstation. Luxemburg ist nicht betroffen.

Gesundheitsexperten suchen in ganz Deutschland nach dem Infektionsherd, der nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts noch aktiv sein könnte.

Gesundheitsexperten suchen in ganz Deutschland nach dem Infektionsherd, der nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts noch aktiv sein könnte.

DPA

Eine ungewöhnliche Häufung schwerer Darminfektionen mit dem lebensgefährlichen EHEC-Erreger alarmiert die Gesundheitsbehörden. In Norddeutschland wurden bis Montag mindestens 130 Fälle gezählt, in Frankfurt am Main liegen zwei Patienten im künstlichen Koma.

Die Erreger führen zu schweren Durchfällen. Wer darunter leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Der Verlauf der meldepflichtigen Erkrankungen ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei den aktuell bekannten Fällen ungewöhnlich schwer.

Drei Patienten auf Intensivstation im Saarland

Mindestens drei Menschen, zwei Frauen und ein Mann, haben sich im Saarland mit dem lebensbedrohlichen Durchfallkeim EHEC infiziert. Zwei dieser Patienten lägen auf der Intensivstation, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Saarbrücken am Montag. Darüber hinaus gebe es noch einen weiteren Verdachtsfall.

In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit keine gehäuften Infektionen mit dem gefährlichen Darmkeim EHEC - schwere Krankheitsverläufe sind in diesem Jahr noch gar nicht gemeldet worden.

Infektion kann unentdeckt bleiben

Die Hamburger Gesundheitsbehörde warnte, EHEC-Infektionen könnten auch ohne Beschwerden verlaufen und somit unerkannt bleiben. Die Mehrzahl der erkannten Erkrankungen trete als unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung. Begleitsymptome seien Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, seltener Fieber.

Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten verlaufe die Infektion hingegen schwer. Es handle sich dann um eine blutige Darmentzündung mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber bis hin zu Nierenversagen oder tödlichem Ausgang.

L'essentiel Online mit dpa/dapd

Luxemburg bisher verschont

Im Großherzogtum ist keine Häufung von EHEC-Fällen bekannt, versichert Dr. Pierre Weicherding, Chef der Sanitärinspektion in Luxemburg, auf Anfrage von L'essentiel Online. Die Sanitärinspektion habe sich bei allen Labors des Landes erkundigt und keine Häufung der Durchfallerkrankung feststellen können. Wie in Deutschland auch, müssen Ärzte, die einen EHEC-Erreger diagnostizieren, den Fall an das Gesundheitsministerium melden.

«Die Krankheit kann natürlich sporadisch auftreten, ohne dass zwingend ein gemeinsamer Stamm für die Herkunft der Bakterien gefunden werden muss», so Weicherding. Im vergangenen Jahr wurde laut der offiziellen Statistik der Gesundheitsbehörden kein EHEC-Fall diagnostiziert.

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