Halalgoogling – Gefiltertes Web für Muslime

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HalalgooglingGefiltertes Web für Muslime

Für Muslime, die sich Sorgen um die Gefährlichkeit ihrer Google-Treffer machen, gibt es jetzt Abhilfe. Eine neue Meta-Suchmaschine filtert alles «Verbotene».

Die neue Suchmaschine soll das Internet für Muslime sicherer machen. (Bild: Screenshot der Startseite)

Die neue Suchmaschine soll das Internet für Muslime sicherer machen. (Bild: Screenshot der Startseite)

«Die Mission ist es, die Internetbedürfnisse der Muslime zu befriedigen», verkündet eine Pressemitteilung des Halalgoogling-Managements am Sonntag.

Die Suchmaschine Halalgoogling, die neu online ist, ist eine Metasuchmaschine, die sich den Ergebnissen von Google, Bing, Amazon und eBay bedienen soll. Dabei wende Halalgoogling einen Filter an, der den User vor «Haram»-Inhalten schützen solle, also für Muslime verbotenen Inhalt. Dazu gehöre Pornographie, Nacktheit, Homo- und Bisexualität, Glücksspiel, anti-islamischer Inhalt oder «alles andere, das nach islamischem Gesetz Haram ist».

Mehrere Jahre Entwicklungszeit

Die Entwicklung nahm laut den Betreibern mehrere Jahre und die Arbeit «vieler Experten» in Anspruch. Insgesamt könne dadurch der Wunsch aller 1,5 Milliarden Muslime nach einer sicheren Websuche beruhigt werden. Ob allerdings alle 1,5 Milliarden überhaupt über einen Internetzugang verfügen, dürfte aber zumindest fraglich sein.

10 Prozent für wohltätige Zwecke

Wer dann auch Suchbegriffe wie «Porn» oder das F-Wort alleine eingibt, erhält keine Resultate. Mit anderen Begriffen kombiniert, werden aber auch solche Wörter verwendet. Die Treffer bleiben aber harmlos.

Auf Twitter sind die Reaktionen auf das Projekt tendenziell belustigt bis ablehnend. @Vodkaninja dachte etwa zuerst, es handle sich um eine «Comedy Story», @PakistaniAtheist bezeichnete es gar als «institutionalisierte Homophobie». Ein Tweet, wonach «Women Rights» gefiltert würde, ist aber falsch.

Der Domain ist in Arizona/USA seit Mai 2012 registriert. Die anonymen Betreiber sagen, halalgoogling sei erst der «erste Schritt (...), um Muslimen umfassende digitale Lösungen» zu bieten. 10 Prozent eines allfälligen Profites solle der «muslimischen Gemeinde» und «um Kinder zu schützen, die dringend unserer Hilfe bedürfen» gespendet werden. Werbung, aus der ein Profit erzielt werden könnte, wurde aber bis jetzt noch keine aufgeschaltet.

(L'essentiel Online/Philippe Wenger)

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