Kulturzentrum: Geflüchtete haben ihr kleines «Hauptquartier» in Luxemburg eingerichtet
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KulturzentrumGeflüchtete haben ihr kleines «Hauptquartier» in Luxemburg eingerichtet

LUXEMBURG – Im Rollingergrund organisiert sich jeden Tag ein Team von Freiwilligen, das überwiegend aus ukrainischen Flüchtlingen besteht, um seinen Landsleuten Hilfe anzubieten.

von
Yannis Bouaraba
Erwachsene können mehrmals die Woche Sprachkurse besuchen.

Erwachsene können mehrmals die Woche Sprachkurse besuchen.

Vincent Lescaut

Noch vor wenigen Wochen waren die Räumlichkeiten menschenleer. Eineinhalb Monate später ist der ehemalige Schulkomplex im Rollingergrund zum Hauptquartier ukrainischer Geflüchteter in Luxemburg geworden. Sprachkurse, Tanzkurse, eine Bibliothek, Hilfe bei Behördengängen, Übersetzungen von Dokumenten, moralische Unterstützung und manchmal auch psychologische Betreuung.

Offiziell als «Informationszentrum» bezeichnet, ist der Ort nicht mehr wegzudenken. Seit sich der Verein LUkraine im März dort niedergelassen hat, fungiert es als kleines Kulturzentrum.

«Für eine Weile können die Menschen hier Druck ablassen, sich treffen, diskutieren, um Informationen bitten, Ratschläge erhalten, aber auch Sprachkurse besuchen», erklärt Kataryna Zaitseva, die die Aktionen und Aktivitäten des Zentrums koordiniert. Sie stammt aus Kiew und lebt seit vielen Jahren in Luxemburg.

Vincent Lescaut

Im Telegram-Kanal, über den sie Informationen verbreitet, waren im Juni fast 2700 Personen. «Wir wollen nicht in die bereits getroffenen Vorkehrungen zur Unterstützung der Flüchtlinge eingreifen, sondern lediglich zusätzliche Unterstützung geben», sagt Zaitseva.

Bibliothek und Yogakurse

Etwa zehn Freiwillige, von denen die meisten selbst Geflüchtete sind, wechseln sich ab, um die Neuankömmlinge zu begrüßen und ihnen Orientierung zu geben. Unter ihnen ist die 19-jährige Alina, die perfekt Englisch spricht. Sie verbringt den Großteil ihrer Freizeit damit, den Betroffenen zu helfen und stellt die Verbindung zu humanitären Organisationen her.

Vincent Lescaut

Das Zentrum entwickelt sich von Tag zu Tag weiter. Neben neuen Yogakursen gibt es seit kurzem auch eine Bibliothek. Sie umfasst bereits fast 400 Bücher in ukrainischer Sprache, die in einer Datenbank erfasst sind. «Die Leute können sie schon für je zwei Wochen ausleihen, aber wir hoffen, dass wir bald eine größere Auswahl haben», erklärt Oksana, die Leiterin des Ortes.

Diese Woche wurde die Bibliothek von der gemeinnützigen Organisation RUHelp - Russians against the war unterstützt. Sie hat Hunderte von Büchern und Dutzende von Brettspielen zur Verfügung gestellt. Bücher, die von der in Kiew ansässigen Stiftung Library Krajina gekauft wurden. In der Zukunft könnte das Informationszentrum noch weiter wachsen, in der Bibliothek werden kulturelle und pädagogische Aktivitäten wie Autorenlesungen stattfinden. .

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