Restaurants – Gefriergut servieren Kellner selten

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RestaurantsGefriergut servieren Kellner selten

LUXEMBURG - Während Frankreich Restaurantbesitzern vorschreiben will, Tiefkühlgerichte auf ihren Speisekarten zu kennzeichnen, wäre eine solche Regel in Luxemburg wohl kaum vonnöten.

In Frankreich sollen Restaurants künftig auf ihrer Speisekarte angeben, ob die Gerichte frisch zubereitet werden oder aus der Gefriertruhe kommen. Doch bringt dies wirklich Fortschritte in Sachen Lebensmittelqualität?

Daniel Rameau, Präsident von Euro-Toques, einem Zusammenschluss von Köchen, hat seine Zweifel: «Das wirkliche Problem sind die Gerichte, die Vakuum verpackt wurden. Sie werden als frische Produkte verkauft, aber per Stickstoff konserviert. Wenn diese Praxis ausgeweitet wird, um die französische Regelung zu umgehen, könnten schwerwiegendere Probleme auftreten», warnt Rameau.

Muss man Restaurantgäste also darauf hinweisen, dass sie auf ihrem Teller ursprünglich gefrorene Lebensmittel vorfinden? Rameau, Küchenchef im Restaurant La Rameaudière, weist darauf hin, dass manche Produkte besser eingefroren werden anstatt sie frisch zu transportieren. «Jakobsmuscheln werden sofort auf dem Schiff eingefroren. Und das ist gut so! Stellen Sie sich einmal vor, in welchem Zustand sie hier ankämen, wenn dies nicht der Fall wäre.»

In Luxemburg sind Gefrierprodukte nicht so beliebt wie in Belgien oder Frankreich. «Sie machen etwa 20 Prozent unserer Auslieferungen im Großherzogtum aus. In den luxemburgischen Restaurants ist noch das Handwerk vorhanden, um frische Produkte zu verarbeiten», heißt es beim Großhändler La Provençale.

L'essentiel Online/Patrick Théry

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