Luxemburg – Geheilt, leiden sie doch immer noch unter dem Virus

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LuxemburgGeheilt, leiden sie doch immer noch unter dem Virus

LUXEMBURG – Seit März sind viele von der Covid-Erkrankung geheilt worden. Einige leiden im Alltag aber schwer unter den Folgen – «L'essentiel» hat mit ihnen gesprochen.

Covid-19 kann sich zu einer Langzeiterkrankung entwickeln: Long Covid.

Covid-19 kann sich zu einer Langzeiterkrankung entwickeln: Long Covid.

«Es ist, also ob ich von den Toten zurückgekehrt sei», sagt Italo, 52 Jahre alt und am Leben. Der Luxemburger war im Juli an Covid-19 erkrankt und musste auf der Intensivstation behandelt werden. Auch sechs Monate nach seiner Entlassung leidet er immer noch so unter den Folgen, dass er dreimal pro Woche ins Krankenhaus muss. «Ich bin wieder bei 70 Prozent meiner Kräfte. Einfach keine Kraft zu haben, ist am frustrierendsten», erzählt er L'essentiel. Um sich nicht müde zu fühlen, gehe Italo jeden Tag einkaufen.

Auch Sergio aus Esch-sur-Alzette leidet unter einer solchen Erschöpfung. «Es gibt ein vor und ein nach Covid», erklärt er. Der 48-jährige hatte sich Mitte Oktober mit dem Virus infiziert. «Ich fühle mich, als hätte man mir mit einer Schaufel auf den Kopf geschlagen», beschreibt er seinen Zustand. «Wenn ich die Treppe hochgehe, bin ich müde. Das ist etwas, was früher nie passiert ist, zumal ich in meinem Leben viel Sport getrieben habe.» Für die Erkrankung nichts Ungewöhnliches, wie die medizinischen Fachzeitschrift The Lancet jüngst veröffentlich hat.

Laut einer Studie zeigten 76 Prozent der Covid-19-Patienten, die stationär behandelt werden mussten, auch sechs Monate später noch Symptome. Bei sogenannten «Long Covid»-Patienten treten häufig Müdigkeit und Atemprobleme auf. Bevor Jannick, 42, Ende März an Covid erkrankte, war er ein gesunder Mann und litt an keinerlei Vorerkrankungen. Auch er erzählt: «Ich hatte Atembeschwerden – die ich immer noch habe – und ich bin sehr, sehr müde.» Er habe nicht mehr die gleiche Dynamik wie vor der Erkrankung. Zwar könne er wieder Sport machen, aber nur sehr vorsichtig. «Früher bin ich fünf bis sechs Kilometer gelaufen, jetzt sind es 500 Meter», sagt er mit Tränen in den Augen.

(nk/L'essentiel)

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