UNESCO – Gehört Vianden bald zum Weltkulturerbe?

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UNESCOGehört Vianden bald zum Weltkulturerbe?

VIANDEN - Seit 20 Jahren versucht die Stadt an der Our einen Platz auf der Liste des Unesco-Welterbes zu ergattern. Die Entscheidung fällt kommende Woche.

Schon seit 20 Jahren hätte Vianden gern den Status des Welterbes. 1993 stellten Kulturministerium und «Service des Sites et Monuments» bei der Unesco einen Aufnahme-Antrag. Nun soll der Sprung von der Vorschlagsliste zum Status endlich klappen. In der kommenden Woche steht die luxemburgische Bewerbung auf der Tagesordnung der Tagung des Welterbe-Komitees in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh.

Offenbar stehen die Chancen schlecht. Laut Medienberichten soll das Beratergremium «International Council on Monuments and Sites» (Icomos) einen negativen Bericht über Vianden abgegeben haben. Die Kritik: Im Viandener Stadtkern befänden sich zu viele leerstehende und verkommene Gebäude.

Das Urteil könnte der Konkurrenz zu Gute kommen: 32 Natur- und Kulturstätten sind dieses Jahr im Rennen um einen Platz auf der UNESCO-Liste der Monumente mit «außergewöhnlichem universellen Wert». Unter den Bewerbungen befinden sich unter anderem die Wüste von Namibia, die Villen und Gärten der Medici in der Toskana sowie die Holzkirchen in den Karpaten und die kanadische Walfangstation Red Bay in Labrador, die im 16. Jahrhundert von baskischen Matrosen betrieben wurde. Die Sehenswürdigkeiten reichen von Naturspektakeln wie dem Vulkan Ätna in Italien zu Kulturgütern wie der Coimbra Universität in Portugal.

Das Großherzogtum hat bereits drei anerkannte Welterbe-Stätten vorzuweisen. Die Festung und Altstadt Luxemburgs wurden 1994 ins Verzeichnis aufgenommen, die Foto-Ausstellung «The Family of Man», zusammengestellt von Edward Steichen, gesellte sich 2003 als Weltdokumentenerbe dazu. 2010 durfte sich dann noch die Sauerstadt Echternach freuen: Die Springprozession wurde vor zwei Jahren von der UNESCO zum immateriellen Welterbe ernannt.

Auch unseren deutschen Nachbarn bemühen sich um den begehrten Titel: Kassel bewirbt sich mit dem mehr als 300 Jahre alte Bergpark Wilhelmshöhe für einen Platz auf der Liste. Während Kassel hofft, muss Koblenz bangen: Die Berater von Icomos forderten die Stadt auf, ihre 2011 zur Bundesgartenschau errichtete Seilbahn über dem Oberen Mittelrheintal zu entfernen, da diese zu stark in die Natur eingreift. Lokalen Medien zufolge würde Koblenz jedoch nur ungern auf die Touristenattraktion verzichten.

(jv/L'essentiel Online mit AFP)

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