Index des WEF: Geht es so weiter, sind Frauen und Männer erst in 132 Jahren gleichgestellt 

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Index des WEFGeht es so weiter, sind Frauen und Männer erst in 132 Jahren gleichgestellt 

Die Gleichstellung der Geschlechter wurde verschlechtert. Das geht aus einer Studie des Weltwirtschaftsforums WEF hervor. Die Corona-Pandemie förderte die Gendergap.

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Frauen demonstrierten für Gleichstellung.

Frauen demonstrierten für Gleichstellung.

20min/Simon Glauser
Die Kluft der Geschlechter wurde vergrössert. Das geht aus einer Studie des Weltwirtschaftsforums WEF hervor.

Die Kluft der Geschlechter wurde vergrössert. Das geht aus einer Studie des Weltwirtschaftsforums WEF hervor.

imago/Graveris
Die Corona-Pandemie förderte die Gendergap.

Die Corona-Pandemie förderte die Gendergap.

imago/Markus Spiske

Der Gender Gap Report 2022 wurde am Mittwoch von der Stiftung Weltwirtschaftsforum (WEF) vorgestellt. Insgesamt betrachtet das WEF die Bereiche Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Politik in Sachen Geschlechter-Gleichstellung. 146 Länder wurden untersucht. Zum Vergleich: Deutschland hat es mit 80,1 Prozent knapp auf den letzten Platz der Top-10-Liste geschafft.

Pandemie warf Geschlechtergleichstellung zurück

Weltweit habe Corona die Aussicht auf Geschlechtergleichstellung um eine Generation zurückgeworfen, berichtete das WEF. Das liegt unter anderem daran, dass in der Pandemie proportional mehr Frauen ihre Arbeit verloren als Männer. Wenn die Entwicklung so langsam weitergehe wie bisher, dauere es noch 132 Jahre, bis der Graben zwischen den Geschlechtern überwunden sei.

Im Arbeitsmarkt sei die Ungleichheit größer gewesen als je zuvor seit Beginn der Erhebungen 2006. Das liege auch daran, dass die Fürsorge-Arbeit, etwa die Betreuung von Kindern, als Kindergärten und Schulen geschlossen waren, immer noch mehrheitlich Frauenaufgabe sei. Schon vor der Pandemie habe unbezahlte Arbeit bei Männern einen Anteil von 19 Prozent der gesamten Arbeitszeit ausgemacht, bei Frauen aber 55 Prozent.

Autoren raten zu Maßnahmen

Allerdings wurden auch Fortschritte erzielt. Aus dem Bericht geht hervor, dass es jede fünfte von den 146 untersuchten Volkswirtschaften geschafft hat, die Gap zwischen den Geschlechtern im vergangenen Jahr um mindestens ein Prozent zu verringern. In diesem Jahr beträgt der Index 68,1 Prozent, was bedeutet, dass die Frau global betrachtet rund 68 Prozent der Stellung des Mannes erreicht hat.

Die Autoren des WEF-Reports raten zu gezielten Maßnahmen. Saadia Zahidi, Geschäftsführerin des Weltwirtschaftsforums, sagt, Regierungen sollten die Rückkehr von Frauen ins Berufsleben unterstützen und weibliche Talente in Branchen der Zukunft fördern.  

(L´essentiel/lea)

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