Blockaden in Belgien – Geht Luxemburger Tankstellen der Sprit aus?

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Blockaden in BelgienGeht Luxemburger Tankstellen der Sprit aus?

LUXEMBURG – In Belgien müssen die Tankstellen langsam auf ihre Reserven zurückgreifen. Die Lkw-Blockaden kappen die Lieferungen. Ist dies auch im Großherzogtum zu erwarten?

Die Station in Martelingen liegt ziemlich auf dem Trockenen. Diesel gibt es keines mehr.

Die Station in Martelingen liegt ziemlich auf dem Trockenen. Diesel gibt es keines mehr.

Juliette Devaux

Seit dem 1. April geht es heiß her auf den Straßen in Belgien. Oder besser gesagt: Es geht nur noch sehr langsam voran. Grund ist die Einführung einer Kilometersteuer für Lastkraftwagen. Hunderte von Lkw blockieren seit einer Woche Autobahnen und Nationalstraßen. So auch die E411 zwischen Luxemburg und Brüssel. In vielen Tankstellen in der Wallonie herrscht bereits Spritknappheit.

«Die Situation hat keine Auswirkungen auf unsere größten Tankstationen in Berchem (A3), Cappelen (A6) und Wasserbillig (A1)», sagt Henri Wagener, Generalsekretär der Groupement Pétrolier Luxembourgeois (GPL), auf Nachfrage von L'essentiel. «Bei uns kommen die Kraftstoffe über mehrere Routen ins Land. Etwa über den Hafen bei Mertert oder durch die Bahn über Bartringen.»

Engpässe entlang der N4

Dennoch kam es direkt an der Grenze bereits zu Engpässen. Auf der N4 zwischen Arlon und Bastogne war eine Tankstelle in Martelingen völlig trocken. «Seit Dienstagabend gibt es bei uns nicht mehr alles», räumt ein Mitarbeiter von Q8 ein. «Der Lkw sollte am Morgen ankommen, blieb jedoch in einer Blockade stecken. Nun haben wir keinen Diesel mehr. Benzin sollte noch für eine Woche reichen», ergänzt er.

«Die Vorgänge in Martelingen sind eine Begleiterscheinung», sagt Wagener. Da in der Region Marche-en-Famenne (etwa 60 Kilometer entfernt), alle Tankstellen leer sind, seien viele Autofahrer bis nach Martelingen gefahren. Daher habe dies nur indirekt mit den Blockaden zu tun, glaubt er.

Laut belgischen Medien wurde drohen den Lkw-Fahrern nun drakonische Strafen, wenn sie den Weg zum Ölhafen versperren. Von 5000 Euro pro Stunde ist die Rede.

(Frédéric Lambert/L'essentiel)

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