Drama in Algerien – Geisel zückt die Handy-Kamera und fotografiert
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Drama in AlgerienGeisel zückt die Handy-Kamera und fotografiert

Während bewaffnete Islamisten die BP-Anlage in Algerien in ihre Gewalt brachten, hatte eine Geisel den Mut, die Szenen festzuhalten.

Es war der Anfang eines der größten Geiseldramen der jüngeren Geschichte, in dessen Verlauf mindestens 80 Menschen ums Leben kommen sollten – darunter an die 50 ausländische Geiseln.

Als vermummte und schwerbewaffnete Extremisten die BP-Gasanlage in In Amenas stürmten, konnten die Arbeiter erst erahnen, was auf sie zukommen würde. Dass viele von ihnen getötet werden würden oder dabei würden zusehen müssen, wie ihre Kollegen vor ihren Augen exekutiert werden.

Heimlich fotografiert

Während die Geiselnehmer die Gebäude auf dem Gelände nach Ausländern durchkämmten, sie zusammentrieben und sie schließlich im Freien mit Waffengewalt zum Warten zwangen, hielt einer der Arbeiter aus dem Verborgenen seine Handy-Kamera drauf. Die Aufnahmen des Algeriers zeigen, wie Gefangene in Todesangst an der Wand eines Wohngebäudes kauern – mit dem Rücken zu ihren Peinigern, drei Bewaffnete in Tarnanzügen.

Der heimliche Fotograf hatte Glück. Er kam mit dem Leben davon, die Geiselnehmer ließen ihn zusammen mit vielen algerischen Landsleuten frei. Dutzende andere Geiseln wurden getötet.

Der algerische Geheimdienst hofft nun laut «Spiegel Online», mithilfe der Amateurbilder mehr über die Terroristen zu erfahren.

(L'essentiel Online/jbu)

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