Blagnac, Frankreich – Geiselnehmer lässt drei weitere Geiseln gehen

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Blagnac, FrankreichGeiselnehmer lässt drei weitere Geiseln gehen

In der Nähe von Toulouse hat ein bewaffneter Mann vier Geiseln genommen. Eine Eliteeinheit der französischen Polizei konnte am Abend alle Geiseln befreien.

Ein bewaffneter Mann hielt seit 16.20 Uhr mehrere Geiseln in einer Bar in der Ortschaft Blagnac in der Nähe von Toulouse fest. Bei den Geiseln handelt es sich laut «Le Parisien» um die Ladenbesitzerin und drei Kundinnen. Sie sollen gefesselt sein, wie das Portal «La Dépêche du Midi» berichtet. Eine der vier Geiseln wurde gegen 19.30 Uhr befreit. Gegen 21.00 Uhr wurden drei weitere Frauen befreit.

Eine Eliteeinheit der französischen Polizei (RAID) hat die Gegend weiträumig abgesperrt. Ein Angestellter der Bar, der heute frei hat, hatte mit den Ermittlern kooperiert und ihnen Auskunft über das Gebäude gegeben.

Laut «France 3» soll es sich beim Täter um einen polizeilich bekannten 17-Jährigen handeln. Er soll während einer Demo der Gelbwesten vergangenen Dezember festgenommen und befragt worden sein. Der Minderjährige trägt angeblich einen Motorradhelm mit einer montierten Go-Pro-Kamera.

Augenzeuge spricht von Raubüberfall

Die Forderungen und das Motiv des Geiselnehmers sind derzeit unbekannt. Er soll selbst die Polizei angerufen und verlangt haben, mit einem Vermittler der Eliteeinheit RAID zu sprechen. Um 17.30 fielen erstmals Schüsse: Der 17-Jährige soll zweimal auf Polizisten geschossen haben.

Laut «La Dépêche du Midi» könnte es sich um einen gescheiterten Raubüberfall handeln. Augenzeuge Jean-Baptiste, der in der Nähe ein Reisebüro führt, erzählt: «Gegen 16.30 Uhr sah ich einen bewaffneten Polizisten vorbeirennen. Er sagte zu mir, ich solle zurück in meinen Laden, weil in der Bar gerade eine Geiselnahme stattfindet. Nach 20 Minuten kam das erste Team der RAID, dann ein zweites und ein drittes. Alle Straßen sind jetzt blockiert, auch die Feuerwehr ist da.» Zum Geiselnehmer sagte der Zeuge: «Er wollte angeblich den Tabakladen ausrauben, aber aus irgendeinen Grund lief das schief. Als er die Polizei bemerkte, ging er zurück in den Laden und schrie, es sollten sich alle fernhalten.»

Bewohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Die Behörden haben einen terroristischen Hintergrund zunächst ausgeschlossen, schreibt «Le Figaro».

(L'essentiel/kle)

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