Jemen: Geld an Menge verteilt – Massengedränge fordert mindestens 79 Tote

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JemenGeld an Menge verteilt – Massengedränge fordert mindestens 79 Tote

Weil Händler angefangen haben, Geld an Marktbesucher zu verteilen, kam es in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zu einem Massengedränge.

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Nach ersten Angaben hatten Händler ohne Koordinierung Geldspenden an die Menschen verteilt. (Archivbild)

Nach ersten Angaben hatten Händler ohne Koordinierung Geldspenden an die Menschen verteilt. (Archivbild)

IMAGO/Xinhua
Daraufhin sei es zu einer Massenpanik mit Dutzenden Toten und Verletzten gekommen. (Archivbild)

Daraufhin sei es zu einer Massenpanik mit Dutzenden Toten und Verletzten gekommen. (Archivbild)

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Arbeiter bereiten Essrationen für eine Wohltätigkeitsaktion in Sanaa vor. (Archivbild)

Arbeiter bereiten Essrationen für eine Wohltätigkeitsaktion in Sanaa vor. (Archivbild)

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Bei einem Massengedränge im Jemen sind nach Angaben der Huthi-Rebellen mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 110 weitere Menschen seien bei dem Tumult in der Hauptstadt Sanaa verletzt worden, teilte ein Mitarbeiter der Gesundheitsorganisation der Rebellen am Donnerstagmorgen mit. In einer vorherigen Zwischenbilanz war noch von 53 Toten die Rede gewesen. 

Ohne Koordinierung Geldspenden verteilt

Ein Sprecher des dortigen Innenministeriums erklärte der von den Huthis betriebenen Nachrichtenagentur Saba zufolge, einige Händler hätten am Mittwochabend ohne vorherige Koordinierung Geldspenden verteilt. Daraufhin sei es zu einer Massenpanik mit Dutzenden Toten und Verletzten gekommen. In Videos, die die Szenen nach dem Vorfall zeigen sollen, lagen zahlreiche Leichen aufgereiht am Boden. Die genauen Hintergründe wie auch die genaue Zahl der Todesopfer blieb zunächst unklar. Die Tragödie soll sich an einem Verteilpunkt für Spenden in der jemenitischen Hauptstadt zugetragen haben.

Der Vorsitzende des Hohen Politischen Rats, Mahdi al-Maschat, forderte eine Aufklärung des Vorfalls. Ein dafür bestimmter Ausschuss traf laut einem Saba-Bericht noch am Abend am Ort des Vorfalls ein.

Der seit 2014 andauernde Bürgerkrieg im Jemen wird von der UNO als die weltweit schlimmste humanitäre Krise eingestuft. In dem Konflikt stehen sich die Truppen des ins Exil geflüchteten sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi und die schiitischen Huthi-Rebellen gegenüber. Die Regierungstruppen werden von einem Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt, die Huthi-Rebellen haben die Rückendeckung des Iran. Zuletzt hatte es Annäherungen zwischen den Kriegsparteien gegeben.

(afp/dpa/sys)

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