Griechische Schuldenkrise – Geldnot in Athen - Tsipras bittet Juncker um Hilfe

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Griechische SchuldenkriseGeldnot in Athen - Tsipras bittet Juncker um Hilfe

Griechenland steht abermals vor dem Abgrund. Die Kassen in Athen sind leer – nun wendet sich Premier Tsipras mit einem Hilferuf an Brüssel.

Jean-Claude Juncker und Alexis Tsipras: Hilft der EU-Kommissionspräsident den Griechen aus der Patsche?

Jean-Claude Juncker und Alexis Tsipras: Hilft der EU-Kommissionspräsident den Griechen aus der Patsche?

AFP

Griechenland steht schneller als erwartet vor akuten Zahlungsproblemen. Regierungschef Alexis Tsipras soll sich daher am Freitag persönlich an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gewandt und um ein kurzfristiges Treffen gebeten haben. Dieser habe jedoch vorerst abgelehnt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Hintergrund des ungewöhnlichen Hilferufs sind akute Finanzprobleme in Athen. So hätten etwa im Februar nicht alle Staatsbediensteten bezahlt werden können.

In Griechenland könnte auch der kleinste Fehler zum Zahlungsverzug führen und eine Pleite auslösen, schreibt die dpa. Im März muss Athen Verpflichtungen im Umfang von gut 6,85 Milliarden Euro erfüllen. Die Regierung hat Rentenkassen und andere öffentliche Institutionen aufgerufen, ihre Geldeinlagen an den Staat zu geben.

Zentralbank: Keine Gefahr für Geldeinlagen

Stournaras versicherte den Griechen, sie müssten sich keine Sorgen um ihre Geldeinlagen machen. «Es gibt absolut keine Gefahr», sagte Stournaras. «Es gibt kein Problem mit den Geldeinlagen.» Aus Angst vor einer Pleite hatten viele Griechen in den vergangenen drei Monaten nach Schätzungen der Banken mehr als 22 Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben.

«Nicht weiter durchmogeln»

In Athen wird mit Hochdruck an einer Liste von Maßnahmen gearbeitet, die in den kommenden Stunden an die Eurogruppe verschickt werden soll. Darin werden nach Aussagen eines Mitarbeiters des Finanzministeriums «konkrete Zahlen und Maßnahmen» genannt, wie sie die Eurogruppe sehen will. Erst dann könnte Athen auf eine Teil-Auszahlung ausstehender Hilfen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro hoffen. Am Mittwoch hatte sich Athen 1,138 Milliarden Euro über die Ausgabe kurzlaufender Anleihen am Kapitalmarkt verschafft.

Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, warnte Athen davor, sich mit Finanz- und Buchungstricks neues Geld zu beschaffen. «Es kann nicht angehen, dass die griechische Regierung versucht, sich über kreative Buchführung oder Tricks weiter durchzumogeln», sagte der CSU -Politiker der Bild-Zeitung (Freitag).

(L'essentiel/dpa)

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