Luxemburg – Genesenen-Zertifikat bleibt nur 180 Tage gültig
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LuxemburgGenesenen-Zertifikat bleibt nur 180 Tage gültig

LUXEMBURG – Obwohl Wissenschaftler davon ausgehen, dass von einer Corona-Erkrankung genesene Personen ein Jahr geschützt sind, gilt deren Zertifikat auch nur 180 Tage.

Die Dauer des Zertifikats ist in der europäischen Verordnung verankert.

Die Dauer des Zertifikats ist in der europäischen Verordnung verankert.

Deutsche Wissenschaftler der Gesellschaft für Virologie sind der Ansicht, dass «die nachgewiesene Schutzdauer nach einer Corona-Infektion mindestens ein Jahr beträgt». Eine Stellungnahme, die die Abgeordneten Nathalie Oberweis (déi Lenk) in einer parlamentarischen Anfrage an Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) zitiert.

Doch der Frage, ob die Regierung die Anerkennung des Genesenen-Zertifikats als zu einer vollständigen Impfung gleichwertigen Schutz verlängern würde, erteilte Gesundheitsministerin Lenert eine klare Absage: «Die luxemburgische Regierung hat keinen Spielraum, um die Gültigkeit der Genesungsbescheinigung zu verlängern», antwortet sie, da diese in einer europäischen Verordnung festgelegt sei. Die Dauer bleibe also «auf maximal 180 Tage» begrenzt, im Gegensatz zur Impfbescheinigung, die aktuell noch ein Jahr lang gültig ist. Die Regierung strebt bei dieser eine Verkürzung auf neun Monate an.

Zahl der Reinfektionen verdreifachte sich in einer Woche

Insgesamt galten am 2. Januar 95.993 im Großherzogtum ansässige Personen als von Corona genesen. Sie können in gewissem Maße als immun betrachtet werden. Dies trifft für 15,3 Prozent der Bevölkerung zu. Bei einigen wurde diese Immunität verlängert oder «reaktiviert», indem sie sich zweimal ansteckten: Zwischen dem 29. Februar 2020 und dem 2. Januar 2022 hatten 2377 Personen eine Reinfektion – also zwei positive PCR-Tests im Abstand von mindestens 90 Tagen.

In der letzten Woche des Jahres 2021 stieg die Zahl der Reinfektionen explosionsartig an und verdreifachte sich im Vergleich zur Vorwoche (611 gegenüber 191), was wahrscheinlich auf die Verbreitung der Omikron-Variante zurückzuführen ist. Dies deute stark darauf hin, «dass diese Variante zumindest teilweise der Immunität entgeht, die durch Infektionen mit anderen Varianten erworben wurde», so die Ministerin.

(Marion Chevrier/L'essentiel)

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