Formel 1 – Gerard Lopez motzt über Renault-Motoren

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Formel 1Gerard Lopez motzt über Renault-Motoren

LUXEMBURG - Für Lotus-Teamchef Gerard Lopez ist der Übeltäter für die schlechte Formel-1-Saison schnell gefunden: Motorenbauer Renault.

Schon 19 Mal mussten die Lotus-Boliden in dieser Saison Probleme mit den Motoren wegstecken.

Schon 19 Mal mussten die Lotus-Boliden in dieser Saison Probleme mit den Motoren wegstecken.

DPA

Romain Grosjean hat acht Punkte, Pastor Maldonado zwei. Das sind zehn Punkte für Lotus nach dem Grand Prix in Austin am Sonntag. Am Ende der vergangenen Formel-1-Saison hatte das britische Team insgesamt 315 Punkte auf dem Konto und erreichte damit Rang Vier in der Konstrukteurswertung. Kimi Raikkönen mit 183 Punkten, der mittlerweile für Ferrari fährt und Grosjean (132) waren ein ums andere Mal ganz vorne mit dabei. Nun ist Lotus Achter, kurz vor dem russischen Team Marussia, das als bankrott gilt. Blüht Lotus dasselbe Schicksal?

Der luxemburgische Lotus-Teamchef Gerard Lopez bricht nun gegenüber der französischen Zeitung L'Equipe sein Schweigen, nachdem er zuvor lieber andere hat sprechen lassen. «Das Team ist nicht zu verkaufen», stellt er zuerst klar. «Wenn ich will, würde ich sicherlich einen Käufer finden, aber das will ich nicht.» Investoren werden allerdings immer gesucht. Regelmäßig werde Lopez in Luxemburg von Interessenten besucht. «Dann müssen wir darüber diskutieren. Aber es gibt keine Eile.» Doch warum lässt der Erfolg von Lotus in dieser Saison so zu wünschen übrig? Für Gerard Lopez ist der Übeltäter schnell gefunden: Motorenbauer Renault.

19 Motorprobleme

Lotus sei dabei das einzige Team, dass für den Motor des französischen Herstellers den vollen Preis bezahle. Das bankrotte Caterham-Team habe seine Motoren gar nicht bezahlt. Red Bull werde von Infinity finanziert und zahle ebenfalls nichts. Und Toro Rosso bekommt finanzielle Unterstützung. «Es ist also etwas frech, uns als schwarze Schafe zu bezeichnen.» Lotus hat im Jahr 2013 rund 50 Millionen Verlust gemacht.

«Wenn ich heute sage, dass wir kein Geld mehr verlieren, ist das die Wahrheit», erklärt Lopez. Dafür sorgen starke Partner wie Microsoft, Coca Cola und PDVSA. In Kürze sollen zwei weitere große Namen dazukommen.

2014 kam Lotus auf ganze 19 gravierende Probleme mit dem Motor. Und es sind bei der diesjährigen Weltmeisterschaft nur noch zwei Rennen zu absolvieren - am 9. November in Brasilien und am 23. November in Abu Dhabi. «Ich will sie nicht beschuldigen, aber Renault scheint sich auf die Bedürfnisse von zwei seiner vier Teams zu konzentrieren: Red Bull und Torro Rosso», verrät Lopez. Das sei der Grund, warum der Rennstall für die kommende Saison auf Mercedes-Motoren umsteigt. Man werde diesen Fehler nicht wiederholen, heißt es.

(Denis Berchejm//L'essentiel)

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